Jahresplanung wird wohl erfüllt
Bahn kommt langsam auf Kurs

Die Deutsche Bahn wird trotz andauernder Probleme im Fernverkehr und Umsatzeinbrüchen bei Tochterfirmen voraussichtlich ihre Ergebnisziele für dieses Jahr erreichen. Damit ist das Unternehmen weiter auf Kurs, die Kapitalmarktfähigkeit bis 2005 zu erreichen.

HB BERLIN. Im Monat August habe der Konzern beim Betriebsergebnis erstmals über Plan gelegen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus Unternehmenskreisen. Der Verlust nach Zinsen habe zu diesem Zeitpunkt knapp unter 200 Mill. € gelegen. Dies ist in etwa die Summe, auf die der Verlust von der Bahn im Gesamtjahr 2003 begrenzt werden sollte. Das Minus im Fernverkehr werden vor allem durch den Nahverkehr ausgeglichen, hieß es in den Kreisen. Der Güterverkehr liege ebenso im Plan wie die Bereiche Fahrweg und Bahnhöfe. Vor allem aber griffen die Sparmaßnahmen der Bahn und die Zurückhaltung bei den Investitionen. Ein Bahn-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Er sagte lediglich, Nah- und Fernverkehr zusammen lägen etwa auf Vorjahresniveau.

Sorgen macht dem Unternehmen den Kreisen zufolge aber der geplante Verkauf von zwei Unternehmenstöchtern, der die Schulden des Konzerns reduzieren sollte. Bei dem Chemie-Logistiker Brenntag und der Stahlhandelsfirma Interfer habe es in den vergangenen Monaten einen Umsatzeinbruch gegeben. Dies gefährde die ohnehin schleppenden Verkaufsverhandlungen.

Im Fernverkehr habe sich bis Ende August ein Verlust von über 300 Mill. € ergeben, hieß es in den Kreisen weiter. Die Bahn erwarte sich für 2003 insgesamt nun 600 Mill. € weniger Umsatz als ursprünglich geplant. Im August sei allerdings eine leichte Besserung durch BahnCard 50-Verkäufe zu verzeichnen gewesen. Zudem habe sich auch der Rückgang bei den Verkehrsleistungen, also der Zahl der Fahrgäste kombiniert mit den gefahrenen Kilometern, verlangsamt.

Dagegen entwickele sich der Nahverkehr, der fast die Hälfte der Konzerumsätze ausmacht, weiter positiv. Allein im August hätten die Umsätze um 4,8 % über Vorjahr gelegen. Dies werde allerdings leicht verzerrt durch Überweisungen einer Tranche aus den Regionalisierungsmitteln des Bundes, der den Nahverkehr subventioniert.

Besser als erwartet laufe der Geschäftsbereich Fahrweg, bei dem die Zahlungen für die Nutzung des Schienennetzes zusammenläuft, hieß es weiter. Hier mache sich auch der verstärkte Einsatz von Wettbewerbern der Bahn bemerkbar, die für die Trassen zahlten. Auch die Einnahmen aus Vermietungen von Flächen in Bahnhöfen hätten sich erhöht.

Trotz der Konjunkturschwäche liegt den Kreisen zufolge auch der Güterverkehr im Plan. Allerdings machten zwei zum Verkauf stehende Konzerntöchter Probleme. Der Chemielogistiker Brenntag und die Stahlhandelsfirma Interfer hätten in den vergangenen Monaten vor allem wegen Schwächen im US-Geschäft einen Umsatzeinbruch verzeichnet. Zusammen würden beide Unternehmen im Gesamtjahr mehr als eine halbe Milliarde Euro weniger Umsatz als geplant machen und ebenfalls weniger als im Vorjahr umsetzen. Damals lag der Umsatz etwa bei 5,5 Mrd. €. Dies könnte die schleppenden Verkaufsgespräche nach Angaben aus den Kreisen weiter erschweren. Nachdem der Konzern sich ursprünglich rund 1,2 Mrd. € Einnahmen zur Schuldentilgung erhofft hatte, waren zuletzt nur noch etwa 800 Mill. erwartet worden. Den Kreisen zufolge wird nun auch nicht mehr ausgeschlossen, die Töchter zunächst zu behalten.

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