Jahreszahlen am Donnerstag Warum Sie bei der Lufthansa-Bilanz auf die Sondereffekte achten sollten

Europas größte Fluggesellschaft stellt am Donnerstag die Zahlen für 2017 vor. Die sind stark von der Air-Berlin-Pleite geprägt.
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Weiß auf Blau – so verändert die Lufthansa ihr Design

Weiß auf Blau – so verändert die Lufthansa ihr Design

FrankfurtDass die Lufthansa an diesem Donnerstag eine insgesamt glänzende Bilanz für 2017 vorlegen wird, daran gibt es keine Zweifel. Analysten gehen von einem Umsatzplus von fast 13 Prozent auf 35,4 Milliarden Euro und einem Wachstum des Konzernergebnisses von sogar 40 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro aus.

Schon nach den ersten drei Quartalen hatte der Konzern mit 1,85 Milliarden Euro so viel verdient wie im gesamten Jahr 2016. Das Luftfahrtgeschäft brummt, und das spiegelt sich in den Zahlen wieder.

Die zeigen allerdings noch etwas anderes: die Folgen des Ausscheidens eines wichtigen Marktteilnehmers. Die Pleite von Air Berlin wird für einige Sondereffekte in der Bilanz der Lufthansa sorgen, auf die Sie bei der Bewertung des Zahlenwerks besonders achten sollten.

Da ist zum einen die Kostenseite. Ursprünglich wollte Lufthansa 81 Jets und die beiden Air-Berlin-Töchter LGW und Niki übernehmen. Dafür hatte der Vorstand noch Ende des dritten Quartals 2017 Aufwendungen von immerhin 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt.

Doch wegen kartellrechtlicher Bedenken kam es bekanntermaßen anders. Am Ende landeten 33 Jets und nur die LGW bei der Lufthansa. Spannend ist also die Frage, wie viel die Konsolidierung der Air-Berlin-Teile nun wirklich kosten wird.

Und da ist zum anderen die Erlösseite. Zwar erwartet das Lufthansa-Management positive Erträge aus der Übernahme der Vermögenswerte des Rivalen erst für das kommende Jahr. Doch der plötzliche Wegfall von 60.000 Sitzplätzen täglich im deutschen Luftverkehr bescherte der Lufthansa im Spätherbst und Winter einen regelrechten Run auf die Tickets. Entsprechend gut ließen sich auch Flugscheine der teuren Kategorien verkaufen, was dem Umsatz insbesondere im vierten Quartal 2017 gut getan haben dürfte.

Zudem gibt es noch einen Sondereffekt jenseits der Air-Berlin-Pleite. Die Lufthansa-Spitze und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit einigten sich nach einem mehrjährigen Tarifstreit auf eine Neuregelung der Betriebsrenten. Eine ähnliche Übereinkunft mit den Flugbegleitern hatte dem Konzern 2016 einen ansehnlichen Sondergewinn beschert. Das dürfte sich nun im vierten Quartal wiederholt haben.

Das ist der erste Jumbo im neuen Lufthansa-Look
Neues Kranich-Logo bei der Lufthansa
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Flugkapitän Stefan Hauke (Mitte) und Mitarbeiter des VIP-Service der Lufthansa Caterina begrüßten am Donnerstag die erste Boeing 747-8 der Lufthansa mit dem neuen Kranich-Logo am Heck.

Blau-weißer Kranich
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Erstmals in über 100 Jahren ändert die Lufthansa die Farbgebung ihres Logo. Der Jumbo ist das erste Langstreckenflugzeug im neuen Design.

Umrüstung dauert lange
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Bis alle Maschinen in den neuen Farben erstrahlen, wird es sieben Jahre dauern. Der Konzern erklärte, man werde die normalen Fristen für Neulackierungen nutzen.

Feier in Frankfurt
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Bereits am Mittwochabend feierte die Lufthansa mit einem Festakt in Frankfurt, zu dem mehr als 2000 Gäste geladen waren. Neben Mitarbeitern waren auch Topkunden und Partner dabei.

Das ist das neue Logo
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Gefeiert wurde in der Wartungshalle des A380 am Frankfurter Flughafen - mit echten Flugzeugen. Dabei waren eine Boeing 747-8 und eine Airbus A321 im neuen Look. Sie tragen jetzt eine neue Form des 100 Jahre alten Kranich-Symbols.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr
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Mit einem komplett überarbeiteten Markendesign bricht die Lufthansa zu neuen strategischen Zielen auf. Derzeit würden sämtliche Flugzeuge in Europa umlackiert, sagte Konzernchef Carsten Spohr am Mittwoch.

Erste Kritik
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Im neuen Logo fehlt das bislang typische Gelb. Das hat in den sozialen Netzwerken bereits für Diskussionen gesorgt. Die Farbe bleibe aber insbesondere an Punkten der Interaktion mit den Kunden wie an den Schaltern erhalten und werde gezielter eingesetzt, sagte Marketing-Chef Alexander Schlaubitz.

Wer also am Donnerstagmorgen einen Blick in die Bilanz von Lufthansa wirft, sollte nicht nur auf die Werte unter dem Strich schauen. Ebenso wichtig sind die darüber – vor allem, wenn es um eine realistische Einschätzung der Aussichten für das laufende Jahr geht. Denn in dem dürften vergleichbare Sondereffekte fehlen.

Bereits am Mittwoch verlängerte der Lufthansa-Aufsichtsrat den Vertrag mit Vorstandschef Carsten Spohr um fünf Jahre bis Ende 2023.

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