Jahreszahlen
Marktforscher GfK bekommt Krise zu spüren

Nach einem Umsatz- und Ergebnisplus 2008 wird Deutschlands größtes Marktforschungsunternehmen GfK in diesem Jahr die Wirtschaftskrise stärker zu spüren bekommen. Und auch hier stört die Autokrise mächtig.

HB NÜRNBERG. "Die Unternehmen überprüfen ihre Marktforschungsbudgets", sagte Vorstandschef Klaus Wübbenhorst am Dienstag in Nürnberg. "Wenn Kunden sparen, schlägt sich das in unseren Auftragsbüchern nieder." Das erste Quartal sei bereits verhaltener ausgefallen als im Vorjahr.

Probleme sieht Wübbenhorst vor allem bei den Aufträgen aus der Autobranche auf die GfK zukommen. Schon 2008 sei der Umsatz hier zurückgegangen. In den USA wurden Verträge nicht verlängert. "2009 rechnen wir mit weiteren Schwierigkeiten", sagte er. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sei als weltweite Nummer vier aber breit aufgestellt, könne schwächere Bereiche ausgleichen und strebe wieder einen organischen Umsatzzuwachs an. Die 2008 erzielte Marge - das Verhältnis des operativen Ergebnisses zum Umsatz - von 13,0 Prozent solle verteidigt werden.

Dazu hat das Unternehmen ein "Fitness- und Effizienzprogramm" gestartet, das zu einer dauerhaften jährlichen Ergebnisverbesserung von 30 Mio. Euro ab 2012 führen soll. Erste Effekte sollen schon in diesem Jahr sichtbar werden. Es handle sich nicht um ein Programm zum Abbau von Personal, betonte Wübbenhorst. Vielmehr gehe es darum, die Ressourcen besser auszunutzen. Die Zahl der Mitarbeiter lag zum Jahresende 2008 bei knapp 9700 (plus 6,9 Prozent), davon 1800 in Deutschland.

Die GfK bestätigte zugleich die schon Ende Februar vorgelegten Zahlen für 2008. Die Erlöse stiegen um 5,0 Prozent auf 1,22 Mrd. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis wuchs um 0,7 Prozent auf 158,7 Mio. Euro. Die Dividende soll um einen Cent auf 46 Cent je Aktie erhöht werden.

Weitere Akquisitionen schloss der Vorstandsvorsitzende nicht aus. Man werde aber nicht nur um des Wachstums willen zukaufen. Die GfK sei solide finanziert und verfüge über den nötigen Gestaltungsspielraum, fügte der zum Jahresende ausscheidende Finanzchef Christian Weller von Ahlefeld hinzu, dessen Nachfolger noch nicht feststeht. Im Rückblick auf die geplatzte milliardenschwere Übernahme der britischen TNS im vergangenen Jahr sagte Wübbenhorst, im Lichte der Finanzkrise sei die damalige Entscheidung, von einem Bieterwettstreit abzusehen, "mehr als richtig" gewesen.

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