Jim Craig, Europa-Chef der Macquarie-Bank
„Wir fühlen uns in Deutschland wohl“

Wenn es um die private Finanzierung von Infrastruktur geht, fällt immer wieder ein Name: Macquarie. Die australische Bank ist der Primus unter den Finanziers. Europa-Chef Jim Craig spricht im Interview über das Geheimnis seines Erfolgs und wie die Australier den deutschen Markt aufrollen wollen.
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Wirtschaftswoche: Mister Craig, Ihre Übernahme des Energiedienstleisters Techem ist gescheitert, bei der Londoner Börse sind Sie nicht zum Zuge gekommen. Ist es in Europa schwieriger zu investieren als in Australien?

Craig: Wir geben viele Gebote rund um den Globus ab. Mal haben wir Erfolg, mal nicht. Wir waren beim Flughafen Kopenhagen erfolgreich, wir haben mit dem Kauf der britischen Wassergesellschaft Thames Water einen der größten Deals in der Geschichte der Macquarie Bank gemacht. Unsere größte europäische Investition ist eine 50-Prozent-Beteiligung an der französischen Autoroute Paris-Rhin-Rhône. Und an Techem halten wir nun immerhin 25,1 Prozent. Deshalb ist Europa insgesamt attraktiv für unsere Transaktionen.

Was haben Sie mit dem Techem-Anteil vor?

Ich kann bestimmte Transaktionen leider nicht kommentieren.

Aber Sie werden doch als langfristiger Investor bei Techem bleiben?

Unser Fonds, der dort investiert hat, ist ein langfristiger Investor.

Ist diese Vorsicht eine der Erfahrungen, die Sie aus Australien nach Europa bringen?

Wir sind 1969 zunächst als Handelsbank gestartet. Seit 1996 sind wir börsennotiert und haben das Fondsgeschäft aufgebaut. Mit dem Kauf von Bankers Trust in Australien sind wir dann 1999 ins Investmentbanking eingestiegen. Irgendwann sind wir in Australien an unsere Grenzen gestoßen und haben begonnen, unsere Geschäftsideen weltweit zu exportieren.

Was genau exportieren Sie?

Australien war Anfang der Neunzigerjahre weltweit in der Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen durch Private führend. Wir haben unsere Erfahrungen in andere Länder übertragen. Das ist der Schlüssel unseres Erfolges. Heute sind wir der größte Berater für Private Finance Initiativen (PFI) unter den Banken.

Was reizt Sie an Infrastrukturinvestments?

In Australien und in Kanada suchten Pensionsfonds sehr früh nach langfristigen, verlässlichen Investitionen. Wer in 30 Jahren Gelder auszahlen will, braucht langfristig verlässliche Finanzströme. Für unser Geschäft sind daher kommunale Unternehmen in der Wasser- oder Energieversorgung, im Straßen- oder Luftverkehr attraktiv. Denn hier wissen wir, dass es eine langfristige und relativ gut berechenbare Nachfrage geben wird.

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