Jimmy Choo
Luxusschuhe suchen einen Käufer

Jimmy Choo sucht einen Käufer: Der britische Schuhhersteller, bekannt aus „Sex and the City“, fordert Investoren zu Übernahmeangeboten auf. Noch ist die deutsche Milliardärsfamilie Reimann der wichtigste Aktionär.
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LondonEs ist eine Nachricht, die viele Frauen aufhorchen lassen dürfte: Es ist „Sale“ beim Luxus-Schuhhersteller Jimmy Choo. Doch es geht nicht nur um Rabatte auf einzelne Sandalen, Stiefeletten oder High-Heels – die gesamte Firma, die nicht zuletzt durch ihr Auftauchen in der unter TV-Serie „Sex and the City“ berühmt wurde, steht zum Verkauf. Es würden „alle strategischer Optionen“ geprüft, teilte das britische Unternehmen am Montag mit. Sprich: Man sucht nach einem Käufer.

Doch selbst für die gutbetuchte Kundschaft – ein Paar der glitzernden Schuhe kostet nicht selten um die 700 Euro – dürfte der Preis für Jimmy Choo zu hoch sein. An der Börse ist das Unternehmen derzeit bei einem Streubesitz von rund 27 Prozent 650 Millionen Pfund wert. Hauptaktionär ist mit fast 70 Prozent der Aktien die Investmentgesellschaft JAB.

Hinter JAB steht die deutsche Milliardärsfamilie Reimann. Vor gut sechs Jahren hatte ihre Investmentgesellschaft Jimmy Choo für 500 Millionen Pfund von einem anderen Investor übernommen, 2014 wurde dann ein Teil der Aktien am Markt verkauft. Nun ist man offenbar bereit, sich von weiteren Anteilen zu trennen. Die Aktie hatte zuletzt deutlich zugelegt.

Jimmy Choo ist bei weitem nicht die einzige Beteiligung von JAB: In dem Portfolio der Gesellschaft finden sich Marken wie Calgon, Finish, Clearasil und Wella, zudem ist JAB bei dem weltgrößten Parfümhersteller Coty investiert und bei Restaurant- und Kaffee-Ketten.

Erst Anfang April vermeldete man mit der Übernahme von Panera Bread einen weiteren Milliardendeal. Und auch im Segment Luxus von JAB ist nicht nur Jimmy Choo vertreten, auch die Unternehmen Belstaff und Bally. Letzteres steht jetzt ebenfalls zur Disposition, wie JAB mitteilte.

Offenbar will sich die Gesellschaft auf ihre anderen Geschäftsbereiche fokussieren – kein Wunder, denn das Geschäft mit den bei Stars so beliebten Schuhen ist nicht einfach. Mittlerweile ist JAB zu einem wahren Kaffee-Giganten herangewachsen.

Noch gebe es keine Angebote oder Annäherungen von möglichen Interessenten, teilte Jimmy Choo mit. Es sei auch nicht sicher, ob es zu einer Transaktion komme und zu welchen Konditionen. Aber manch ein Investor macht sich Hoffnungen auf einen baldigen Deal: An der Londoner Börse schoss der Aktienkurs um fast zehn Prozent nach oben.

Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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