Jimmy Choo Luxusschuhe suchen einen Käufer

Jimmy Choo sucht einen Käufer: Der britische Schuhhersteller, bekannt aus „Sex and the City“, fordert Investoren zu Übernahmeangeboten auf. Noch ist die deutsche Milliardärsfamilie Reimann der wichtigste Aktionär.
Update: 24.04.2017 - 17:22 Uhr Kommentieren
Bekannt ist das Unternehmen unter anderem aus der TV-Serie „Sex and the City“. Quelle: dpa
Luxusschuh-Anbieter Jimmy Choo

Bekannt ist das Unternehmen unter anderem aus der TV-Serie „Sex and the City“.

(Foto: dpa)

LondonEs ist eine Nachricht, die viele Frauen aufhorchen lassen dürfte: Es ist „Sale“ beim Luxus-Schuhhersteller Jimmy Choo. Doch es geht nicht nur um Rabatte auf einzelne Sandalen, Stiefeletten oder High-Heels – die gesamte Firma, die nicht zuletzt durch ihr Auftauchen in der unter TV-Serie „Sex and the City“ berühmt wurde, steht zum Verkauf. Es würden „alle strategischer Optionen“ geprüft, teilte das britische Unternehmen am Montag mit. Sprich: Man sucht nach einem Käufer.

Doch selbst für die gutbetuchte Kundschaft – ein Paar der glitzernden Schuhe kostet nicht selten um die 700 Euro – dürfte der Preis für Jimmy Choo zu hoch sein. An der Börse ist das Unternehmen derzeit bei einem Streubesitz von rund 27 Prozent 650 Millionen Pfund wert. Hauptaktionär ist mit fast 70 Prozent der Aktien die Investmentgesellschaft JAB.

Das gehört der Familie Reimann
Reckitt Benckiser
1 von 13

Der britische Reinigungsmittelhersteller ist der wachstumsstärkste und profitabelste Konzern der Branche und die weltweite Nummer eins im Geschäft mit Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln. Die Familie Reimann ist wesentlich an Reckitt beteiligt. Kaum ein Industriellenclan ist verschwiegener. Kaum einer scheffelt derzeit mehr Geld mit seinem Reich, auch wenn man laut eigener Aussage die Hälfte der Dividenden spendet.

Calgon
2 von 13

Ludwig Reimann gründete im 19. Jahrhundert zusammen mit Johann Adam Benckiser eine Chemiefabrik, die unter dem Namen Reckitt Benckiser zu einem der weltweit führenden Anbieter von Wasch- und Reinigungsmitteln geworden ist. Albert Reimann erfand unter anderem den Wasserenthärter Calgon.

Konkurrenten
3 von 13

Das Unternehmen setzt vor allem den deutschen Konkurrenten Henkel unter Druck.

Clearasil
4 von 13

Zu den bekanntesten Marken von Reckitt Benckiser gehört Clearasil, eine Hautpflegeserie gegen Pickel und Akne. Die Marke ist seit 2006 Teil des Reckitt Benckiser-Portfolios durch die Akquisition von Boots Healthcare.

Vanish
5 von 13

Auch der Fleckentferner Vanish gehört zum Portfolio des Unternehmens. Das Produkt wird sowohl in Simbabwe und Sri Lanka, als auch in Deutschland und den USA verkauft.

Coty
6 von 13

Coty ist der weltgrößte Dufthersteller und gehört zum größten Teil der Familie Reimann. Das Unternehmen vertreibt hauptsächlich Celebrity-Parfums und Designerdüfte wie Calvin Klein, Davidoff und Joop.

Labelux
7 von 13

Die Holding Labelux konzentriert sich auf Luxusmarken. Seit 2007 Jahren kauft die Holding einen Luxusgüterkonzern zusammen. Der Schweizer Lederwarenhersteller Bally gehört neben der Schmuckmanufaktur Solange und dem italienischen Lederwarenhersteller Zagliani bereits dazu. Im Juli 2008 wurde das US-amerikanische Modemarke Derek Lam übernommen, im Mai 2011 der US-Schuhhersteller Jimmy Choo.

Hinter JAB steht die deutsche Milliardärsfamilie Reimann. Vor gut sechs Jahren hatte ihre Investmentgesellschaft Jimmy Choo für 500 Millionen Pfund von einem anderen Investor übernommen, 2014 wurde dann ein Teil der Aktien am Markt verkauft. Nun ist man offenbar bereit, sich von weiteren Anteilen zu trennen. Die Aktie hatte zuletzt deutlich zugelegt.

Jimmy Choo ist bei weitem nicht die einzige Beteiligung von JAB: In dem Portfolio der Gesellschaft finden sich Marken wie Calgon, Finish, Clearasil und Wella, zudem ist JAB bei dem weltgrößten Parfümhersteller Coty investiert und bei Restaurant- und Kaffee-Ketten.

Erst Anfang April vermeldete man mit der Übernahme von Panera Bread einen weiteren Milliardendeal. Und auch im Segment Luxus von JAB ist nicht nur Jimmy Choo vertreten, auch die Unternehmen Belstaff und Bally. Letzteres steht jetzt ebenfalls zur Disposition, wie JAB mitteilte.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
1 von 10

Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

Platz 9: Prada Group
2 von 10

Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

Platz 8: Next
3 von 10

Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

Platz 7: C&A
4 von 10

Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

Platz 6: Primark
5 von 10

Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

Platz 5: Kering
6 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

Offenbar will sich die Gesellschaft auf ihre anderen Geschäftsbereiche fokussieren – kein Wunder, denn das Geschäft mit den bei Stars so beliebten Schuhen ist nicht einfach. Mittlerweile ist JAB zu einem wahren Kaffee-Giganten herangewachsen.

Noch gebe es keine Angebote oder Annäherungen von möglichen Interessenten, teilte Jimmy Choo mit. Es sei auch nicht sicher, ob es zu einer Transaktion komme und zu welchen Konditionen. Aber manch ein Investor macht sich Hoffnungen auf einen baldigen Deal: An der Londoner Börse schoss der Aktienkurs um fast zehn Prozent nach oben.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • ll
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Jimmy Choo - Luxusschuhe suchen einen Käufer

0 Kommentare zu "Jimmy Choo: Luxusschuhe suchen einen Käufer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%