Joghurt-Sonderangebot
Lidl erzürnt Bauernverband

Mit einem Preisnachlass von 40 Prozent auf einen Joghurt verärgert Lidl die deutschen Landwirte. Sie werfen der Billig-Supermarktkette vor, mit Ramschpreisen den Verbraucher zum Wegwerfen von Lebensmitteln zu animieren.
  • 4

BerlinDie Billig-Supermarktkette Lidl hat erneut die deutschen Landwirte mit einem Sonderangebot für Lebensmittel erzürnt. Das aktuelle Angebot des Discounters mit 40 Prozent Preisnachlass auf einen Marken-Joghurt sei „vollkommen inakzeptabel“, erklärte Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), am Dienstag in Berlin. Hier werde ein hochwertiges Lebensmittel als Billig-Produkt „verramscht“. Der Verkaufspreis bei Lidl stehe in keinem Verhältnis zum Wert und dem Aufwand für die Herstellung des Joghurts.

Lidl hat den Joghurt einer bekannten Marke seit Montag im Sonderangebot. Der Discounter verkauft ihn für 29 Cent anstatt bisher für 49 Cent. Angebote wie das Joghurt-Angebot gelten in der Regel meist nur für wenige Tage. Erst vor wenigen Wochen hatte der Bauernverband Lidl kritisiert, weil der Discounter Schweinehacksteaks mit 25 Prozent Preisnachlass verkaufte.

DBV-Generalsekretär Born erklärte am Dienstag, Lidl animiere mit niedrigen Preisen die Verbraucher zum Wegwerfen von Lebensmitteln. „So können wir mit unseren Lebensmitteln nicht umgehen.“ Seit Monaten wird über den oft sorglosen Umgang von Verbrauchern mit Lebensmitteln diskutiert. Eine kürzlich veröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums hatte gezeigt, dass die Deutschen Jahr für Jahr viele Lebensmittel unnötig wegwerfen. Die Autoren identifizierten als einen der Hauptgründe für das Wegwerfen eine mangelnde Wertschätzung von Lebensmitteln.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Joghurt-Sonderangebot: Lidl erzürnt Bauernverband"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Adam Schmitz
    Ich als !BA Student! kann mir Bio Lebensmittel leisten - es muss ja nicht jeden Tag Fleisch sein, sondern lieber weniger und dafür stimmt die Qualität. Aber die Deutschen wollen ja jeden Tag 5kg Fleisch auf den Tisch...
    Und mit den Subventionen verdienen Bauern auch nicht viel - bei den Milchpreisen, die Aldi und Lidl den Bauern bezahlen, können diese teilweise nicht mal überleben! Und warum? Weil der Konsument immer billig billig billig will. Bin Sohn eines Bauers.. Habe also Einblick in die ganze Sache..

  • Mal überlegt, dass sich manche Menschen den Bio-Öko-Fair-Joghurt für 99 ct nicht leisten können?

    Die meisten grünen Gutmenschen haben fett bezahlte Jobs im administrativen Wasserkopf Deutschlands und müssen nicht für 7,50 Euro/Std anderen die Haare schneiden oder Taxi fahren.

  • @Adam Schmitz: Ich bin auch kein Bauer - aber ich habe Hirn im Kopf.
    Ihre Aussage ist sehr dämlich, weil sich die Frage stellt: Was wollen Sie denn essen und woher soll es kommen?
    Vielleicht schaltet sich das Hirn ja doch noch ein.
    Wollen Sie von Alkopops, Chatroom-Virtualität und Geiz-Ist-Geil-SuperMegaHD-Elektronik leben?
    Mannomann ..

    Der Artikel beschreibt zwar auch nur einen Teilaspekt, aber der ist zutreffend:
    "Handelsmacht zerstört die Vernunft in unserer Welt."
    mfg, U.Heller

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%