Joint Venture in Indien
Otto will Armen aus der Klemme helfen

Otto plant ein ungewöhnliches Projekt, um armen Menschen in Indien zu helfen: Gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus soll die "Fabrik der Zukunft" Vorbild für nachhaltige Arbeitsbedingungen werden. Otto gibt zu - ethische Produkte seien mittlerweile auch wichtig fürs Marketing.
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HB HAMBURG. Der Versandhandelskonzern Otto engagiert sich gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus für die Verbesserung der Lebensumstände von Textilarbeitern in Bangladesch. Otto gründete zusammen mit Yunus' Organisation Grameen ein Textilunternehmen, dessen Gewinne in soziale Projekte vor Ort fließen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Die „Fabrik der Zukunft“ werde ab März 2010 in der Hauptstadt Bangladesch gebaut; die bis zu 700 Beschäftigten sollen ab 2011 „unter sozial und ökologisch nachhaltigen Bedingungen“ Kleidung für den Export herstellen.

Otto gebe zur Errichtung und zum Betrieb der Fabrik ein zinsloses Darlehen, das über zehn bis 15 Jahre aus den Gewinnen des Unternehmens zurückgezahlt werden soll, wie der weltweit größte Versandhändler erklärte. Aus den Gewinnen sollen zudem soziale Projekte wie ein gesundes Mittagessen, die Aus- und Weiterbildung und die Gesundheitsbetreuung der Angestellten finanziert werden. Die umliegenden Gemeinden sollen mit dem Geld im Gesundheitsbereich, bei Sanitäreinrichtungen sowie Aus- und Weiterbildungsprojekten unterstützt werden.

Das Gebäude werde mit modernster Isolierung, energiesparender Beleuchtung und optimierten Lüftungssystemen ausgestattet, teilte Otto mit. Die Beschäftigten würden einen angemessenen Lohn und gute Sozialleistungen bekommen. „Arme Menschen bitten nicht um Wohltätigkeit. Sie wollen arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen“, erklärte Yunus.

Otto wird 40 bis 50 Prozent der in der Fabrik hergestellten Kleidung abnehmen, wie eine Sprecherin sagte. Die Textilien seien ab 2011 für die Otto-Kunden erhältlich. Ob es ein besonderes Label für die Kleidungsstücke geben wird, sei noch nicht klar. Den Rest der Textilien soll die „Fabrik der Zukunft“ mit Unterstützung des Vertriebs von Otto International in der EU und in den USA verkaufen.

Muhammad Yunus war 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Seine Grameen Bank vergibt Kleinstkredite an die Ärmsten und eröffnet ihnen damit einen Ausweg aus ihrer Lage.

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