Jubel, Trubel, Weihnachtszeit
Warum wir gerne einkaufen – oder eben nicht

Zur Weihnachtszeit sind die Innenstädte heillos überfüllt. Während der eine Konsument den Trubel genießt, bestellt der andere seine Einkäufe lieber bei Amazon. Woher kommen diese Unterschiede?
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DüsseldorfEs ist zwei Tage vor Weihnachten, die Zeit ist knapp und Sie brauchen dringend noch ein Geschenk? Dann gibt es genau zwei Möglichkeiten. Szenario eins: Sie gehen in die Stadt, suchen nach einer passenden Gabe, lassen sich vom Verkäufer beraten, drehen und wenden das ausgesuchte Produkt noch einmal, und stellen sich am Ende an der Kasse an, um zu bezahlen.

Szenario zwei: Sie gehen auf eine Onlineseite, die Ihnen verspricht, das Geschenk noch pünktlich zu liefern, klicken sich durch die Angebote, machen vielleicht noch einen Preisvergleich und lesen die Kundenmeinungen, legen das Geschenk am Ende in den Warenkorb und klicken auf „bezahlen“.

Nicht (nur) das Geschlecht ist entscheidend

Während der eine Konsument lieber Variante eins wählt, kommt für den anderen nur das zweite Szenario in Frage. Doch wovon hängt unsere Entscheidung eigentlich ab? Warum geht der eine gerne in die Stadt, für den anderen ist diese Vorstellung hingegen ein Graus? So viel sei vorweg genommen: Es liegt nicht (nur) am Geschlecht.

Laut einer Umfrage unter 38.000 Verbrauchern wollen die Deutschen 2014 im Schnitt 447 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das hat eine Studie des Handelsverbands HDE ergeben. Das ist so viel wie nie zuvor.

Eine klare Trennung zwischen Einzelhandel und Onlineshopping gibt es meistens nicht – viele Verbraucher nutzen beide Kanäle. Generell gilt: „Alles, was uns das Einkaufen und die Beschaffung leichter macht, ist uns willkommen“, sagt der Professor Christian Fichter, der sich an der Kalaidos-Hochschule in der Schweiz mit dem Thema Konsumforschung befasst. Die ausschlaggebenden Punkte: Persönlichkeit, Geschlecht, Zeit und was wir für einen Einkauf tätigen wollen.

Wer zum Beispiel lieber mit seinen Sinnen erlebt, der wird eher den stationären Handel bevorzugen. „Das ist gerade bei Frauen der Fall“, sagt Anna Grasser, Diplompsychologin bei der Gruppe Nymphenburg Consult. Ihnen sei der „soziale Treffpunkt“ wichtig, das Shopping-Erlebnis: sich mit Freunden zu treffen, durch die Stadt zu bummeln, etwas essen und trinken zu gehen.

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„Männern verursacht der Kauf von Kleidung Stress“

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  • So werden die Planziele des Handels aber nicht erreicht!!! :-)

    Ich mache es aber genauso. Weichnachtssachen ab September im laden widert mich einfach nur an.

    Mir erzählte mal ein Ossi, das es bei denen in den Geschäften früher erst ab Totensonntag weihnachtlich wurde. Fände ich prima!

  • ich kaufe auch gerne ein.
    Weisheit kann man sich nicht kaufen
    WISSEN muss man sich erwerben, oft durch harte Arbeit, eher seltener bekommt man einen Spiekzettel zugesteckt ...
    .
    Morgen replay - selbe Zeit!.

    damit die Weihnachtsgeschenke endlich zusammen ...

  • Der Kosumwahn nervt doch nur und vergeudet Energien und Ressourcen.

    Für mich ist Weihnachten Gelegenheit, persönliche Inventur zu machen und Ballast abzuwerfen.

    WEniger ist mehr.

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