Jungunternehmer werben um die Superreichen
Tresore für Trump

Der auf Hochglanz polierte Lack ahmt das Fell einer Raubkatze nach, zwei Jaguar-Miniaturen aus Messing dienen dem Schließmechanismus des zentnerschweren Metallschranks als Klinke - Mit Panzerschränken zum Preis eines BMW werben Jungunternehmer um die Superreichen.

HB MÜNCHEN. Die Szenerie erinnert an James Bond: Eine leichte Berührung des quadratischen Firmenlogos auf dem Tresor reicht aus, um die unsichtbare Schublade geräuschlos herausfahren zu lassen. Sie offenbart ein Tastenfeld, das dem Bediener den Zugang zu den Schätzen im Inneren gewährt – vorausgesetzt, ihm ist der Code bekannt.

Willkommen in der Welt des Dominik von Ribbentrop. „Unsere Kunden lieben das gewisse Extra“, sagt er und zeigt in seinem Showroom an Münchens feinem Amiraplatz auf Panzerschränke, die viel zu edel sind, um sie hinter Ölgemälden oder Wandteppichen zu verstecken. „Jeder ist ein Unikat.“

Für sie müssen Interessenten tief in die Tasche zu greifen. Bis zu 40 000 Euro verlangt Ribbentrops Firma Stockinger für die Tresore. Vergleichbare Sicherheitsschränke von Format, Burgwächter, Sistec oder Adolphs sind schon für unter 5 000 Euro zu haben, freilich ohne den Lifestyle-Faktor.

Über seine Kundschaft hält sich der 38-jährige Jungunternehmer diskret zurück. „Die meisten besitzen ein Jahreseinkommen von weit über 200 000 Euro“, schätzt der fast schüchtern wirkende Enkel des NS-Außenministers. Aus dem Showbiz kämen viele, Spitzensportler und Firmenlenker seien dabei.

Nur jeder fünfte stammt aus Deutschland. Den Reichtum zur Schau zu stellen – und sei es in Form eines extravaganten Panzerschrankes – gilt hier zu Lande als verpönt. In Moskau, Dubai und Schanghai sei das anders, berichtet Ribbentrop. Der gebürtige Wiesbadener ist neu im Geschäft, die über 25 Jahre alte Tresor-Firma gehört ihm erst seit Oktober 2003. Missmanagement und der Einbruch des amerikanischen Luxus-Marktes nach dem 11. September 2001 hatten das Unternehmen zuvor in die Insolvenz getrieben. Für den ehemaligen Investmentbanker schien der Einstieg dennoch aussichtsreich: Firmengründer Hans Stockinger, der 2000 verstorben war, hatte dem Unternehmen wichtige Patente für den Bau von Luxus-Schränken hinterlassen.

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