Juweliere mit steigenden Umsätzen Edel-Uhren bleiben ein Verkaufsschlager

Die Uhren- und Schmuckbranche freut sich über steigende Umsätze. Der Franken-Schock tat dem Trend keinen Abbruch. Fallende Preise für Edelmetalle machen Schmuck attraktiv – doch das könnte sich ändern.
„2015 war für die Branche eines der besseren Jahre.“ Quelle: Imago
Goldene Uhr

„2015 war für die Branche eines der besseren Jahre.“

(Foto: Imago)

DüsseldorfDie schleppende Entwicklung der Edelmetallpreise hat der Schmuckbranche nicht geschadet. Ganz im Gegenteil: Juweliere, Schmuck und Uhrenfachgeschäfte haben nach Angaben des Branchenverbands BVJ ihren Umsatz im vergangenen Jahr um fast zwei Prozent auf 4,74 Milliarden Euro gesteigert.

„2015 war für die Branche eines der besseren Jahre“, lobt BVJ-Präsident Stephan Lindner zum Start der Messe Inhorgenta. Die Leitmesse der Branche, die nur Fachbesuchern vorbehalten ist, läuft noch bis Montag in München. Die erfreuliche Entwicklung erklärt Lindner mit dem niedrigen Zinsniveau, das weiterhin die Investition in Sachwerte fördere. Zudem komme die anhaltend hohe Konsumlaune der Deutschen der Branche entgegen. Auch für das laufende Jahr rechnet der Verband, der die Interessen von mehr als 9000 Einzelhandelsunternehmen vertritt, daher mit einer stabilen Entwicklung.

Stark gefragt waren in Deutschland im vergangenen Jahr Uhren. Die Umsätze stiegen nach Hochrechnungen des BVJ um mindestens sechs Prozent. Dies sei aber nicht nur den höheren Preisen geschuldet. Auch die Stückzahlen im Bereich hochwertiger Uhren seien stabil geblieben. Ein Grund für die Verteuerung der Uhren war den Angaben zufolge die Freigabe des Wechselkurses des Schweizer Franken im Frühjahr 2015. Nicht nur Lieferanten aus der Schweiz hätten deshalb die Preise für ihre Uhren erhöht. Auch bei deutschen und anderen Lieferanten aus dem Euro-Raum habe es Preiserhöhungen gegeben, da häufig Werke und Bauteile von Vorlieferanten aus der Schweiz bezogen werden.

Die Schmucknachfrage blieb mit einem Plus von 0,5 Prozent in Deutschland nahezu unverändert. Gefragt war vor allem Goldschmuck. Daneben habe Platinschmuck von den niedrigen Metallpreisen profitiert und werde als Alternative zu Weißgold gesehen. „Die Edelmetallpreise sind insgesamt weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Das ist gut für den Konsumenten, der in echten Schmuck investieren will. Gold- und Platinschmuck sind kein Anlageobjekt, aber eine werthaltige Investition“, erklärt BVJ-Präsident Lindner.

Das Edelmetall Gold war vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2015 unter Druck geraten. Erste Analysten hatten schon einen Fall des Preises unter 1000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) prognostiziert. Doch es kam anders: Mit Beginn des neuen Jahres ist der Preis kräftig gestiegen. Allein im Februar hat sich Gold im Zuge der turbulenten Aktienmärkte um mehr als 100 Dollar auf zuletzt knapp 1240 Dollar verteuert. Erste Experten sehen den Preis nun schon bei 1400 Dollar. Ähnlich stürmisch entwickelte sich auch der Platinpreis, der mit 950 Dollar wieder Kurs auf die 1000-Dollar-Marke genommen hat, die er Ende Oktober nach unten durchbrochen hatte.

Die zehn beliebtesten Luxusgüter der Welt
Rang 10: Luxus-Kreuzfahrten
1 von 10

Die Demografie- und Einkommensentwicklung wirkt sich positiv auf die Luxus-Kreuzfahrt-Industrie aus. Rund zwei Milliarden Euro Umsatz wurden 2015 in diesem Marktsegment erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2014 ist der Markt um vier Prozent (wechselkursbereinigt) gewachsen. Damit sind Kreuzfahrten unter den Reichen nach wie vor sehr gefragt. Insbesondere Fahrten zu ungewöhnlichen Reisezielen waren in diesem Jahr beliebt.

Rang 9: Luxus-Jachten
2 von 10

Der Luxus-Jacht-Markt stagniert. 2015 wurden – genauso wie im Vorjahr – weltweit sieben Milliarden Euro in diesem Segment umgesetzt. Das reicht jedoch aus, um einen Platz in der Top Ten der beliebtesten Luxusgüter zu ergattern. Eine positive Tendenz hat sich zudem abgezeichnet: Die Nachfrage nach Halbfertigerzeugnissen in der Industrie aus China und dem Vereinigten Königreich ist zuletzt gestiegen.

Rang 3: Luxuriöse Privatjets
3 von 10

Privatjets waren 2015 das achtgrößte Segment auf dem Luxusgütermarkt mit einem Umsatz von 21 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage um 14 Prozent gewachsen, wechselkursbereinigt ist das Wachstum jedoch sogar um einen Prozent gesunken. Nordamerika ist hier der stärkste Markt.

Rang 7: Hochwertige Designerwaren
4 von 10

Das zweite Jahr in Folge ist die Nachfrage auf dem Designmarkt gestiegen – wechselkursbereinigt um vier Prozent auf 32 Milliarden Euro. Beliebt waren im vergangenen Jahr vor allem hochwertige Wohn- und Schlafzimmermöbel, sowie Designerlampen. Besonders der europäische Markt konnte von den positiven Wechselkursentwicklungen profitieren, insbesondere Italien und Deutschland kam dies zugute. Den größten Verkaufskanal bildet nach wie vor der Großhandel (66 Prozent), der Online-Handel macht in diesem Segment zurzeit noch einen geringen Anteil aus, wächst aber stetig.

Rang 6: Bildende Künste
5 von 10

Luxusgüter aus der bildenden Kunst machen 70 Prozent des gesamten Kunstmarkts aus. Die sich schnell entwickelnden Online-Kanäle bilden eine vielversprechende Plattform für interessierte Sammler, die noch keine Marktkenner sind. Der größte Markt ist in diesem Segment die USA, der vor allem in New York floriert.

Rang 5: Delikatessengeschäft
6 von 10

Ähnliches gilt für das Delikatessengeschäft. In diesem Segment wurden 2015 45 Milliarden Euro umgesetzt, der Markt ist im Vergleich zu 2014 um vier Prozent gewachsen. Insgesamt wurden in der Sparte mit dem Delikatessengeschäft und Luxus-Spirituosen 108 Milliarden Euro auf der ganzen Welt umgesetzt.

Rang 4: Luxusweine und Spirituosen
7 von 10

Mit Luxusweinen und Spirituosen wurden 2015 64 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Das entspricht einem Wachstum von drei Prozent (wechselkursbereinigt) im Vergleich zum Vorjahr. Auf der ganzen Welt konnte Luxuswein ein solides, organisches Wachstum verzeichnen. Experten rechnen zukünftig mit einer besonders starken Kaufkraft der Touristen in diesem Marktsegment, da sie den Wertverlust des Euro für Luxus-Shoppingtouren in Europa nutzen.

Die Verteuerung der Edelmetalle ist aber weniger den Schmuckkäufern geschuldet als den Anlegern, die Gold zur Risikostreuung ins Depot nehmen. Nach Angaben von ETF Securities sind seit Anfang Januar 720 Millionen Dollar in Gold ETPs geflossen, also in börsennotierte Produkte, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Allein am 9. Februar habe ETF Securities Mittelzuflüsse in Höhe von 345 Millionen Dollar in einen physisch hinterlegten Gold ETC registriert; „den höchsten Zufluss der Unternehmensgeschichte an einem einzelnen Tag“, heißt es.

Doch selbst höhere Edelmetallpreise haben in der Vergangenheit die Schmuckfrage hierzulande kaum gebremst, da damit auch das Wertempfinden insgesamt zugenommen hat. Doch die inländische Nachfrage hat sich ohnehin besser entwickelt als der globale Markt: Nach Angaben des World Gold Council, WGC, das für die Interessen der Minenindustrie steht, ist die Schmucknachfrage 2015 mengenmäßig um drei Prozent auf 2415 Tonnen gefallen. Dabei sei das Jahr 2015 zweigeteilt gewesen. Nach einem langsameren Start ins Jahr seien das dritte und vierte Quartal zusammen die stärkste zweite Jahreshälfte bei Goldschmuck in den letzten elf Jahren gewesen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Juweliere mit steigenden Umsätzen - Edel-Uhren bleiben ein Verkaufsschlager

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%