Kabelnetzbetreiber
Kabel Deutschland schafft erstmals Gewinn

Kabel Deutschland zahlt erstmals eine Dividende. Denn nachdem das letzte Geschäftsjahr wieder mal mit einem Verlust zu Ende gegangen war, meldet der Kabelnetzbetreiber nun erstmals einen Gewinn.
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Frankfurt/MünchenDer Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland zahlt nach einer Gewinnpremiere im abgelaufenen Jahr erstmals eine Dividende. Die Aktionäre sollten - wie seit einem Jahr angekündigt - eine Gewinnbeteiligung von 1,50 Euro je Titel erhalten, teilte Kabel Deutschland am Donnerstag mit.

Unter dem Strich erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011/12 (bis Ende März) einen Überschuss von 159,4 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 45,3 Millionen Euro im Vorjahr.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit 161 Millionen Euro Überschuss und 1,53 Euro Dividende je Titel gerechnet. Für das laufende Jahr rechnet Konzernchef Adrian von Hammerstein damit, dass die Geschäfte weiter gut laufen. Das Umsatzwachstum solle in der Größenordnung von 7,5 bis 8,5 Prozent liegen und das Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 855 Millionen Euro und 870 Millionen Euro liegen.

Vorstandschef Adrian von Hammerstein sagte: „Wir setzen unsere Wachstumsstrategie konsequent um und konnten in der zweiten Geschäftsjahreshälfte ein deutliches Anziehen unserer Wachstumsraten verzeichnen.“ Kabel Deutschland profitiere von der lebhaften Nachfrage nach Premium TV- und Breitbandprodukten, die zu erheblichen Zuwächsen bei der Zahl der Abonnements, bei Umsatz und Ergebnis führe. „Für unsere TV-Kunden wird hochauflösendes und zeitversetztes Fernsehen immer wichtiger“, sagte er.

Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber erwartet im Streit mit ARD und ZDF über die Einspeisegebühren eine Einigung noch vor Ablauf des bestehenden Vertrages. Die ARD habe bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert, sagte Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein am Donnerstag in München.

„Unser Ziel ist die Fortsetzung der Verträge über 2012 hinaus„, sagte Hammerstein. „Wir sind an einer partnerschaftlichen Lösung interessiert. Wir gehen davon aus, dass wir eine gemeinsame Lösung finden werden bis zum Jahresende.“ ARD-digital-Sprecherin Brigitte Busch hatte am Mittwoch erklärt: „Wenn wir unsere Verträge kündigen, werden wir dies fristgerecht bis zum Monatsende Juni tun.“ Damit rechnet auch Hammerstein.

„Wir halten die Kündigung aber für nicht wirksam und bereiten rechtliche Schritte vor“, sagte der Vorstandschef. Die Betreiber der Kabelnetze seien verpflichtet, die ARD- und ZDF-Programme zu verbreiten, aber nicht kostenlos. Außerdem müsse nicht jedes Programm überall gezeigt werden - zum Beispiel sei der NDR in Bayern nicht verpflichtend im Kabel zu zeigen, meinte Hammerstein.

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