Käufer achten stärker auf die Preise als in den Vorjahren
Beim Weihnachtsgeschäft haben Händler kaum Grund zum Jubeln

Zur Halbzeit im Weihnachtsgeschäft sind die deutschen Einzelhändler noch nicht in Festtagsstimmung. Mit wenigen Ausnahmen ist das Geschäft bisher verhalten angelaufen.

HB/cyb DÜSSELDORF. „Der Knoten ist noch nicht geplatzt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Berliner Einzelhandelsverbandes, Nils Busch-Petersen. Die große Hoffnung setzt er auf das 3. Adventswochenende, bei dem traditionell die größten Umsätze erzielt werden.

Auf die nächsten beiden Samstage hofft auch Geschäftsführer Dieter Weinreich von Karstadt in Düsseldorf. Im November hatte sein Haus noch ein zweistelliges Plus gegenüber dem Vorjahr erzielen können. „Seit dem 1. Dezember tun wir uns schwer“, sagte Weinreich.

Auch Niedersachsens Einzelhandel ist mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft bislang unzufrieden. „Es könnte besser sein“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Einzelhandels, Mark Krack, am Sonntag in Hannover.

Hingegen äußerten sich die bayerische Einzelhändler auch am zweiten Advents-Samstag zufrieden über das Weihnachtsgeschäft. „Viele Kunden nutzten den ersten Adventssamstag, um sich zu informieren und begannen erst an diesem Wochenende mit den Weihnachtseinkäufen“, sagte Michael Hartisch, Geschäftsführer von Karstadt in Nürnberg.

In Sachsen-Anhalt läuft das Weihnachtsgeschäft bislang ebenfalls gut. „Allerdings werden die Händler mit ihren Weihnachtsumsätzen die Kaufzurückhaltung im gesamten Jahr nicht ausgleichen können“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Kaufleute Sachsen- Anhalt, Gero Hildebrandt. Er schätzt, dass der Jahresumsatz im Land um ein Prozent niedriger als 2002 ausfallen wird.

„Wir sind zufrieden, rufen aber nicht Hurra“, sagt Thorsten Rolfes, Sprecher des Modekaufhauses C & A. Zwar hätten an beiden Adventssamstagen mehr Kunden eingekauft als im Jahr zuvor – auch hätten sie eine größere Zahl von Produkten in ihre Tüten gepackt. Dabei hätten sie aber stärker auf die Preise geachtet als noch im Vorjahr. Insgesamt könne C & A so in etwa das Niveau von2002 halten.

„Mit keinen dramatischen Veränderungen“ zum vergangenen Weihnachtsgeschäft rechnet der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. Besonders gut verkaufen sich in den Spielzeugläden Brettspiele mit Elektronik und interaktive – sprechende und sich bewegende – Plüschtiere. Die Spielwarenhändler hätten die Talsohle erreicht, schlechter werde es nach dem Einbruch im letzten Jahr nicht mehr, der große Durchbruch sei aber noch nicht erreicht, sagt Verbandssprecher Steffen Kahnt.

Pessimistischer äußerte sich Klaus Jost, Vorstand des Marktführers im Sportfachhandel Intersport eG. Die Umsatzzahlen des Weihnachtsgeschäfts lägen fünf bis sechs Prozent unter denen des Vorjahres. Damit bringe der Dezember das Gesamtjahr ins Minus. Neben den politischen Rahmenbedingungen macht Jost auch die nicht vorhandenen Minusgrade für den Umsatzeinbruch verantwortlich: warme Winterkleidung bleibe in den Regalen liegen.

Bundesweit gefragt waren Spielwaren, Wintersportartikel und Winterbekleidung. Daneben standen Parfümerie-Artikel, Schmuck, CDs, DVDs, Bücher, Uhren und Unterhaltungselektronik auf der Wunschliste der Käufer.

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