Kaffeehaus-Kette: Wie Starbucks zum Saftladen und Kneipier wird

Kaffeehaus-Kette
Wie Starbucks zum Saftladen und Kneipier wird

Die Zahlen von Starbucks dürften heute Abend belegen, dass die Krise der Kaffeehauskette überwunden ist. Inzwischen kauft Starbucks kräftig hinzu - und schenkt sogar Alkohol aus. Wie die Wende gelang.
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Düsseldorf/WashingtonManchmal scheint es einfacher zu sein, eine Rakete zusammenzubauen, als einen simplen Kaffee zu bestellen. „Was darf es heute sein, der Herr?“, fragt die Bedienung in der grünen Schürze. „Ein Kaffee“, antwortet der Mann in der Daunenjacke. „Was für ein Kaffee?“  „Ein normaler“. „Welche Größe?“ - „Small“. „Wir haben aber nur Tall, Grande und Venti“, kommt es zurück. „Tall ist also klein? Na gut“. „Wollen Sie Platz für Milch?“ – „Nein, danke“. „Benötigen Sie eine Quittung?“ – „Nein, danke“. Was für ein Anfänger, mag sich der nächste in der Schlange denken, ein Mittzwanziger im Anzug, der gleich souverän seine  „Grande sugar-free non-fat Vanilla Latte with whipped cream“ bestellen wird.

Die einen lieben diese Prozedur, die anderen hassen sie. Howard Schultz nennt sie die „Starbucks-Erfahrung“. Und zum Beispiel hier, im Herzen Washingtons an der K Street, wird sie wahr. Der Chef der Kaffeehauskette hat hier die ganze Gegend mit seinen Filialen zugepflastert. Es gibt sogar eine Stelle, von der aus drei Geschäfte auf einmal zu sehen, keines weiter als 100 Meter entfernt. In jedem einzelnen stehen die Kaffeedurstigen Schlange.

Der Erfolgsgeschichte der US-Kette mit der weißen Meerjungfrau auf grünem Grund wird sich heute aller Voraussicht nach fortschreiben. Nach Einschätzung von Analysten wird Starbucks  nach dem Börsenschluss an der Wall Street sehr gute Zahlen vorlegen. Wieder einmal.

Schon das vergangene Geschäftsjahr, das im September endete, verlief für Starbucks sehr erfreulich. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf den Rekordwert von drei Milliarden Dollar. Der Gewinn legte auch dank Immobilienverkäufen um 29 Prozent auf unterm Strich 359 Millionen Dollar zu. Starbucks hatte zuletzt gut 17.000 Läden.

Die Erfolgsgeschichte geht also weiter. In diesem Geschäftsjahr sollen rund 800 neue Läden hinzukommen, die meisten davon in den USA und in Asien. Der Konzernumsatz soll um 10 Prozent zulegen und der Gewinn um 15 bis 20 Prozent. Auch in Deutschland will der Gründer Howard Schultz mit seinem Unternehmen kräftig wachsen, wie er im Interview mit dem Handelsblatt erklärte.

Kaum Vorstellbar, dass es Starbucks in den Jahren 2007 bis 2009 richtig schlecht ging. Schultz, damals nicht mehr Chef, setzte sich selbst wieder ein, schloss Hunderte unrentable Filialen – und schaffte die Wende. In seinem Buch „Onward“ beschreibt er den langen, harten Weg. Schließlich musste sich die Kette mitten in der Finanzkrise sanieren. Das Weihnachtsgeschäft 2008 bezeichnete Schultz später als "das härteste aller Zeiten". Erst ab April 2009 war die Wende auch in den Zahlen ablesbar. Die Kunden begannen wieder, mehr Geld bei Starbucks auszugeben.

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