Kaiser's-Tengelmann-Eigentümer
Karl-Erivan Haub ist „vorsichtig optimistisch“

Karl-Erivan Haub, Eigentümer von Kaiser's-Tengelmann, ringt weiter um die Zukunft der verlustreichen Supermarktkette. Das Zittern um Tausende Jobs geht weiter. Doch nach dem Spitzentreffen keimt Hoffnung auf.

MülheimTengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub sieht Chancen für eine Lösung des Streits um die angeschlagene Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Nach dem Ergebnis des Runden Tisches vom Donnerstag sei er „vorsichtig optimistisch“, dass eine Lösung für alle Mitarbeiter erreicht werden könne, heißt es in einem Schreiben des Tengelmann-Chefs an die Beschäftigten. Zu Einzelheiten des Gesprächs machte Haub keine Angaben und verwies auf das bis zum 18. Oktober vereinbarte Stillschweigen.

Ziel sei es nun, bis zum 17. Oktober eine Einigung zu erzielen, so dass die Ministererlaubnis umgesetzt werden könne, so Haub. Bei einem Krisengipfel am Donnerstag war die ursprüngliche Frist, die diesen Freitag ausgelaufen wäre, um zehn Tage verlängert worden. Der Kaiser's-Tengelmann-Betriebsrat sprach von einem guten Signal.

Für eine Umsetzung der Ministererlaubnis müssten die Konkurrenten Rewe, Markant und Norma ihre Beschwerden gegen die Ministererlaubnis zurücknehmen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Erlaubnis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach den Beschwerden vorläufig gestoppt.

Bei einer Umsetzung der Ministererlaubnis könnte Edeka die Supermarktkette komplett übernehmen, so dass eine Zerschlagung vom Tisch wäre. Bundesweit beschäftigt Kaiser's Tengelmann noch rund 15.000 Menschen in über 400 Filialen.

Unterdessen bangen tausende Beschäftigte von Kaiser's Tengelmann um ihre Jobs.

Für den Betriebsratsvorsitzenden von Kaiser's Tengelmann in Nordrhein-Westfalen, Rainer Schroers, ist die Fristverlängerung eine große Erleichterung: „Das ist auf jeden Fall ein gutes Signal“, sagte er den in Dortmund erscheinenden „Ruhr-Nachrichten“ (Freitag). Er erneuerte zugleich die Forderung, dass die Beschwerdeführer gegen die Übernahme von Tengelmann durch Edeka ihre Klagen zurückzögen.

Wie aus dem Umfeld der Verhandlungen zu erfahren war, sollen sich die Parteien näher gekommen sein. „Das Ziel ist in Sicht, aber es ist noch keine Tinte auf dem Papier“, hieß es. Die entscheidende Frage lautet nun: Unter welchen Bedingungen sind die Konkurrenten um Rewe, Markant und Norma bereit, ihre Beschwerden zurückzuziehen? Dabei dürften unter anderem Ausgleichszahlungen und die Klärung von rechtlichen Fragen im Zusammenhang der Ministererlaubnis im Vordergrund stehen.

Ursprünglich hatte das Bundeskartellamt die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka untersagt. Durch eine Ministererlaubnis wurde das Verbot ausgehebelt. Die Unternehmen hatten aus Wettbewerbsgründen dagegen beim Oberlandesgericht Düsseldorf geklagt, das wenig später die Ausnahmeregelung auf Eis legte.

Verdi machte sich für die Komplettübernahme stark, weil diese Option die meisten Arbeitsplätze der verlustreichen Supermarktkette retten würde. Platzt sie, will Tengelmann-Eigentümer Eriwan Haub mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Hierdurch würden mehrere Tausend Arbeitsplätze bedroht, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit beschäftigt Kaiser's Tengelmann noch rund 15.000 Menschen an über 400 Standorten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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