Kaiser‘s Tengelmann und Edeka

Termin für das Rettungsgespräch steht

Für die von der Zerschlagung bedrohte Supermarktkette Kaiser's Tengelmann soll in letzter Minute eine Lösung gesucht werden. Einigen sich die Chefs nicht, sind mehrere tausend Arbeitsplätze bedroht.
Update: 20.09.2016 - 13:37 Uhr
Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub steht unter Druck, die Fusion mit Edeka abzuschließen. Quelle: dpa
Kaiser‘s Tengelmann

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub steht unter Druck, die Fusion mit Edeka abzuschließen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Chefs von Tengelmann, Edeka und des Konkurrenten Rewe sollen am Donnerstagabend zu einem Gespräch zusammenkommen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Rewe-Chef Alain Caparros habe eine Einladung bekommen und werde an dem Gespräch teilnehmen, sagte ein Rewe-Sprecher. Sprecher von Tengelmann und Edeka wollten sich nicht äußern.

Für die Kette wird die Zeit knapp: Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hat für den Freitag eine Aufsichtsratssitzung anberaumt. Er hatte wegen des langen Tauziehens um die Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Branchenprimus Edeka mehrfach mit einem Aus für seine defizitäre Supermarktkette gedroht. Insidern zufolge will Haub bei der Sitzung Pläne zur Schließung von Märkten vorlegen, allein in Nordrhein-Westfalen seien rund 3000 der rund 4000 Arbeitsplätze bedroht. Die Gewerkschaft Verdi hatte sich um die Vermittlung des Spitzentreffens bemüht.

Edeka und Haub hatten die Fusionspläne vor knapp zwei Jahren besiegelt. Doch die Umsetzung steht auf der Kippe. Das Kartellamt legte sein Veto gegen die Übernahme ein, im März hebelte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dieses nach langer Prüfung aus. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte die sogenannte Ministererlaubnis dann aber auf Eis gelegt.

Die Düsseldorfer Richter hegen den Verdacht, dass Gabriel es in dem Ministererlaubnis-Verfahren an der nötigen Neutralität fehlen ließ. Edeka, Tengelmann und Gabriel gehen nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen das OLG vor. Der BGH will Mitte November entscheiden. Haub geht Insidern zufolge indes die Geduld aus.

Doch dürfte eine Einigung bei dem Spitzentreffen schwierig werden. Welche Zugeständnisse Edeka machen könnte, um Rewe zur Zurücknahme seiner Klage vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht zu bewegen, ist völlig offen. Die naheliegende Option einer Aufteilung der Filialen unter den Interessenten scheint problematisch. Denn sie würde erneut das Bundeskartellamt auf den Plan rufen und damit für weitere Monate der Ungewissheit sorgen.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Rewe spielt eine Schlüsselrolle im Drama um Kaiser's Tengelmann. Denn das Unternehmen hat zusammen mit Markant vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf eine Eilentscheidung erwirkt, die den Vollzug der Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka trotz der Erlaubnis durch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stoppt. Eine juristische Klärung könnte Jahre dauern. So lange will Tengelmann-Chef Haub angesichts der wachsenden Verluste der Supermarktkette nicht warten.

  • rtr
  • dpa
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