Kali-Preise stabilisieren sich
Landwirte stürzen sich auf K+S-Düngemittel

Die Nachfrage nach Düngemitteln ist so groß wie lange nicht. K+S könnte sogar noch mehr verkaufen, wenn er die Mengen an Kali hätte. Trotzdem bereitet sich der Konzern auch auf „ein Leben nach Kali in Deutschland“ vor.
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PhilippsthalDie Landwirte wollen von K+S derzeit so viel Düngemittel kaufen wie lange nicht. „Wir wären in Lage, sehr viel mehr zu liefern, wenn wir mehr Mengen hätten“, sagte der neue Kali-Vorstand Andreas Radmacher bei einem Pressegespräch im Bergwerk Werra im osthessischen Philippsthal. Der Markt für Kali-Düngemittel war im Sommer 2013 nach dem Platzen des russisch-weißrussischen Exportbündnisses BPC eingebrochen. Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder beruhigt und viele Landwirte würden ihre leeren Lager auffüllen, sagte Radmacher.

BPC und das nordamerikanische Pendant Canpotex, die rund 70 Prozent des Marktes kontrollierten, haben lange dafür gesorgt, dass die Kali-Preise stets auf einem hohen Niveau blieben. Nach dem Ende von BPC gingen die Preise auf Talfahrt, viele Bauern hielten sich wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung mit Bestellungen zurück. Die Unsicherheit sei inzwischen aber verflogen, auch die Kali-Preise stabilisierten sich wieder, sagte Radmacher. „Wir sind auch in der Lage, in einigen Märkten die Preise leicht anzuheben.“ Radmacher schätzt, dass in diesem Jahr weltweit knapp 60 Millionen Tonnen Kali verkauft werden nach 58,5 Millionen 2013. Die Nachfrage sei dabei traditionell im ersten Halbjahr höher als im zweiten.

Der ehemalige RWE-Manager Radmacher leitet seit September den wichtigsten Geschäftsbereich von K+S. Seit seinem Wechsel hat der promovierte Bergbauingenieur viele K+S-Kunden in Asien und Südamerika besucht. „Dort sind die Wachstumsmärkte.“ Durch die neue K+S-Mine in Kanada (Legacy), die 2016 die Produktion aufnimmt, könne das Unternehmen diese Märkte künftig stärker ins Visier nehmen. „Wir werden dort auch dank Legacy stark wachsen.“ Aktuell kann K+S nur rund sieben Millionen Tonnen Kali-Düngemittel pro Jahr produzieren.

Zudem will Radmacher den Anteil an Spezialprodukten für die Pharma- und Lebensmittelindustrie erhöhen. Hochreines Kaliumchlorid wird beispielsweise für Dialyselösungen benötigt. Solche Produkte seien zwar aufwendiger herzustellen als Standard-Düngemittel, würden jedoch auch höhere Gewinnmargen abwerfen, sagte Radmacher. Zudem werde K+S so unabhängiger von den Preisschwankungen am Düngemittelmarkt.

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland, wo der weltgrößte Hersteller Uralkali beheimatet ist, hätten bisher keinerlei Auswirkungen auf den Kali-Markt, sagte Radmacher. Auch wegen seines russischen Großaktionärs Andrej Melnitschenko, der knapp zehn Prozent an K+S hält, erwartet der hessische Konzern keinen Ärger. Anders als der Uralkali-Aufsichtsratschef stehe Melnitschenko auf keiner Sanktionsliste, sagte K+S-Chef Norbert Steiner. „Ich glaube nicht, dass er zu denen gehört, die im Kernbereich der Sanktionsüberlegungen angesiedelt sind.“

Steiner hat wegen der Marktturbulenzen im vergangenen Jahr ein Sparprogramm angekündigt, mit dem K+S von 2014 bis 2016 mindestens 500 Millionen Euro einsparen will. Neben der Senkung von Sachkosten werde dazu aller Voraussicht nach auch ein Stellenabbau nötig sein, sagte Steiner. Durch einen Einstellungsstopp und natürliche Fluktuation habe K+S die Zahl seiner Mitarbeiter schon um eine dreistellige Zahl gedrückt, 2016 könne es aber auch betriebsbedingte Kündigungen geben.

Beim zweiten Standbein von K+S, dem Salzgeschäft, sieht Steiner vor allem in Südostasien noch Wachstumspotenzial. „Da sind wir relativ klein.“ Steiner deutete an, dass K+S in dem Bereich auch zukaufen könnte, sich dies wegen der teuren Minen-Eröffnung in Kanada aber derzeit verkneift. „Wir wollen uns erst mal, mit Blick auf die Finanzen, auf Legacy konzentrieren.“ Dennoch sei es das Ziel, den Betriebsgewinn in dem Geschäftsfeld bis 2020 auf mehr als 250 Millionen Euro pro Jahr zu verdoppeln.

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