Kampf gegen Aldi und Amazon Rewe will mehr als zwei Milliarden Euro investieren

Amazon im Internet, Aldi und Lidl auf den Straßen: Der Handelsriese Rewe sieht sich vor großen Herausforderungen und antwortet darauf mit Milliardeninvestitionen. Das dürfte Spuren in der Bilanz hinterlassen.
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Gegen Aldi und Amazon: Rewe will Milliarden Euro investieren Quelle: dpa
Rewe

Der Handelsriese reagiert auf die großen Herausforderungen der Branche und investiert.

(Foto: dpa)

KölnDie Handelsgruppe Rewe will im kommenden Jahr mehr als zwei Milliarden Euro in die Modernisierung ihres Angebots und die Qualifikation der Mitarbeiter investieren. Der Handelsriese reagiere damit auf die großen Herausforderungen in der Branche, sagte der neue Rewe-Chef Lionel Souque dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). Dazu gehörten nicht nur der Verdrängungswettbewerb durch Aldi und Lidl, sondern auch der demografische Wandel und die wachsende Konkurrenz aus dem Internet.

Im Online-Handel sieht Souque nicht nur Amazon als Konkurrenten für Rewe, sondern auch die Lebensmittel-Lieferdienste wie Foodora und Lieferando. „Wenn jemand dort eine Pizza bestellt, kauft er sie nicht mehr bei Rewe ein.“ Durch die Investitionsoffensive will Souque den Kunden mehr frische Produkte, mehr Beratung und mehr regionale Produkte anbieten. Auch Gastronomie-Angebote wie Sushi sollen eine größere Rolle spielen.

Das hat allerdings seinen Preis. Die hohen Investitionen dürften das Ergebnis belasten. „Unser Gewinn war in den vergangenen Jahren mit etwa 500 Millionen Euro immer relativ stabil. Dieses Jahr wird es etwas schlechter sein und nächstes Jahr wird auch nicht viel besser“, sagte Souque. Dabei laufen die Geschäfte eigentlich gut. „In den Supermärkten liegen wir fünf Prozent über dem Vorjahr, bei Penny drei Prozent. Das ist besser als bei den meisten Konkurrenten“, sagte der 46-Jährige.

Sehr ernst nimmt Souque, der seit etwas mehr als 100 Tagen Vorstandsvorsitzender des Kölner Handelskonzerns ist, die Herausforderung durch den Internetgiganten Amazon. Doch habe Rewe durchaus Chancen sich gegen den US-Konzern zu behaupten. „Technologisch werden wir nie besser sein als Amazon, aber bei frischen Lebensmitteln haben wir deutlich mehr Erfahrung und Kompetenz.“

Das sind Deutschlands größte Shopping-Center
Platz 15: Donau Einkaufszentrum, Regensburg
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Das Donau Einkaufszentrum in Regensburg hat Geschichte: Bei seiner Errichtung 1967 war es das erste vollklimatisierte, zweigeschossige Einkaufszentrum Europas. Außerdem war es bei seiner Eröffnung das erste Einkaufszentrum Bayerns. Über die Jahre wurde es mehrmals erweitert, die Mietfläche erstreckt sich heute über 68.200 Quadratmeter.

Quelle: EHI Retail Institute

Platz 13: Rhein-Ruhr-Zentrum, Mülheim an der Ruhr
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Das Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim wurde 1973 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Humboldt eröffnet. Der Bau kostete rund 150 Millionen D-Mark. Heute verfügt es über rund 70.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Platz 13: Limbecker Platz, Essen
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Die durchschnittliche Größe der Malls in Deutschland ist zuletzt stark gestiegen. Betrug sie 2013 noch 24.000 Quadratmeter, waren es 2014 schon 40.000 Quadratmeter im Schnitt. Der Limbecker Platz in Essen liegt da noch deutlich drüber. 70.000 Quadratmeter Mietfläche bedeuten den geteilten Platz 13.

Platz 12: Nova Eventis, Günthersdorf
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Der Einkaufs- und Erlebnispark Nova Eventis in Günthersdorf entstand nach einem 170 Millionen Euro schweren Umbau des Vorgänger-Centers Saale-Park und wurde 2006 eröffnet. Zwischen Leipzig und Halle verpasst gelegen ist es mit 76.000 Quadratmetern Mietfläche das größte Einkaufszentrum der Region Leipzig-Halle.

Platz 11: Boulevard Berlin, Berlin
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Der Boulevard Berlin in Steglitz ist eine von mehreren Mega-Malls in der Hauptstadt. Erst 2012 eröffnet, wurde die Ladenfläche von ursprünglich 76.000 Quadratmetern bereits auf 80.015 Quadratmeter Mietfläche erweitert.

Platz 10: Elbepark, Dresden
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Seit seiner Eröffnung 1995 wuchs der Elbepark in Dresden trotz Protesten des örtlichen Einzelhandels mehrmals deutlich. Nach der jüngsten Erweiterung verfügt er über eine Ladenfläche von 81.000 Quadratmetern.

Platz 9: LP12 Mall of Berlin, Berlin
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Die LP12 Mall of Berlin am Leipziger Platz wurde im September 2014 eröffnet – das LP12 steht dabei für die Anschrift Leipziger Platz 12. Derzeit verfügt es über eine Mietfläche von 85.000 Quadratmetern.

Auch Amazon habe inzwischen gemerkt, dass die Lebensmittellieferung nicht so einfach seit, meinte der Rewe-Chef. Selbst in den USA und in Großbritannien halte sich Amazons Erfolg in diesem Bereich bislang in Grenzen. Der Rewe-Chef räumte gleichzeitig ein: „Auch wir machen keinen Gewinn mit unserem Lieferservice und werden das über Jahre nicht tun.“ Doch seien solche Online-Angebote inzwischen ein wichtiger Service, den die Kunden erwarteten.

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  • dpa
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