Kampf gegen Alkoholmissbrauch

Schottland darf keinen Mindestpreis für Whisky einführen

Um gegen Alkoholmissbrauch vorzugehen, wollte Schottland einen Mindestpreis für alkoholische Getränke einführen. Die Hersteller liefen Sturm. Nun bekommen sie Rückendeckung vom Europäischen Gerichtshof.
Die schottische Regierung solle besser die Alkoholsteuern erhöhen, sagt der Europäische Gerichtshof. Quelle: dpa
Alkoholkonsum

Die schottische Regierung solle besser die Alkoholsteuern erhöhen, sagt der Europäische Gerichtshof.

(Foto: dpa)

LuxemburgDer schottische Staat darf keine Mindestpreise für alkoholische Getränke wie Whisky oder Wein einführen, um damit den Alkoholmissbrauch zu bekämpfen. Mindestverkaufspreise pro Alkoholeinheit schränken den freien Warenverkehr in der EU zu sehr ein, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem am Mittwoch in Luxemburg verkündeten Urteil entschied. Das Gericht regte an, dass Schottland stattdessen die Alkoholsteuer anheben solle.

Gegen das Gesetz hatten Verbände von Herstellern alkoholischer Getränke geklagt; sie befürchteten Wettbewerbsverzerrungen. Die umstrittene Regelung sah einen Mindestpreis von 70 Cent pro zehn Milliliter purem Alkohol vor. Damit hätte eine Flasche Wein mit zwölf Prozent Alkohol in Schottland mindestens 6,25 Euro kosten müssen.

Der beste Whisky der Welt
Alkoholkomsum
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Ein Bar-Besucher vor einem Regal mit Spirituosen: Die Auszeichnung des renommierten britischen Experten Jim Murray für den weltbesten Whisky, die sogenannte „Whisky Bible“, wird jedes Jahr publiziert. In diesem Jahr gleicht die Verleihung einer Blamage für den schottischen Whisky.

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3. Platz: Sazerac Rye 18 Year Old

Whiskyflaschen an einer Bar: Der Name sagt es bereits. Der Sazerac wird mit Roggen gebraut und bekommt dadurch sein originelles Bouquet. Whisky ist eine durch Destillation aus Getreidemaische gewonnene und mindestens drei Jahre im Holzfass gereifte Spirituose. Im Ranking der selbst ernannten „Whisky-Bibel“ des Experten Jim Murray landet der Whisky auf dem dritten Platz.

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2. Platz: William Larue Weller

Der Bourbon ist nach William Larue Weller (1825-1899) benannt, der als Destillen-Pionier den Whisky in den US-Bundesstaat Kentucky brachte. Er ist berühmt dafür, der erste gewesen zu sein, der seinen Straight Bourbon mit Weizen statt mit Roggen braute. Sein Vermächtnis schaffte es in der Whisky-Rangliste auf den Silberrang.

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1. Platz: Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013

Chefbrauer Seiichi Koshimizu (l.) mit dem Vize-Präsidenten des japanischen Spirituosen Suntory, Shingo Torii: Der Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 erreichte in der am Montag veröffentlichten „Jim Murray's Whisky Bible“ den Rekordwert von 97,5 der 100 möglichen Punkte.

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Die Suntory-Chefetage: Den diesjährigen Preisträger beschreibt Murray als „dicht, trocken und abgerundet wie eine Billardkugel“. Die Yamazaki-Brennerei aus der Nähe von Kyoto ist die älteste, noch betriebene japanische Whisky-Brennerei. Sie wurde in den 1920er Jahren von Masataka Taketsuru mitbegründet, der zuvor seine Ausbildung im schottischen Glasgow gemacht hatte.

File photo of single malt whisky in Edinburgh, Scotland
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Ein Glas Single Malt Whisky in Edinburgh: In seinem Leitartikel forderte Murray die schottischen Brennereien auf, sich nicht länger auf Verdienste der Vergangenheit auszuruhen. „Wo waren die komplexen Whiskys auf dem Höhepunkt ihres Lebens? Wo waren die Mischungen mit verblüffendem Tiefgang?“, fragte Murray. Er empfahl den Schotten eine „kleine Portion Demut“ und eine „Rückkehr zu den Anfängen“.

Bei den folgenden, den teuersten Whiskys der Welt, schaffen es die traditionsreichen schottischen Whiskys allerdings unter die Top Five...

INDEPENDENCE REFERENDUM
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5. Platz: Glen Grant 1950 Gordon & Macphail

Der Single Malt aus Schottland versucht die Ehre des schottischen Whiskys mit einem Flaschenpreis von 1325 britischen Pfund zu retten. Denn das Ergebnis der „Jim Murray Bible“ ist eine Niederlage für die Schotten, die ihren Scotch seit jeher als besten Whisky der Welt rühmen.

Der EuGH sah darin eine zu weitreichende Einschränkung des Marktes, da der Verkauf von alkoholhaltigen Getränken aus anderen EU-Staaten erschwert würde. Die schottische Regierung solle besser die Alkoholsteuern erhöhen. Dies diene dem Kampf gegen den Alkoholmissbrauch umfassender, heißt es im Urteil.

  • ap
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