Kampf gegen Zerschlagung
Rewe in Bedrängnis

Der Kölner Handelskonzern weist die Übernahmeofferte von Edeka und KKR zurück und rüstet sich für Abwehrkämpfe. Rewe sei nicht zu verkaufen, heißt es aus dem Aufsichtsrat. Doch in ihrer jetzigen Form als Genossenschaft ist die Rewe sowieso kaum zu übernehmen.

DÜSSELDORF. Nach dem ergebnislosen Übernahmeversuch durch den Wettbewerber Edeka zieht der Kölner Rewe-Konzern nun Schutzwälle um sein Unternehmen. „Wir kümmern uns derzeit intensiv um Abwehrmaßnahmen“, kündigte Aufsichtsratschef Heinz-Bert Zander im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Zander, im Hauptberuf Vorstandschef der mächtigen Genossenschaft Rewe Dortmund, erklärte eindringlich: „Rewe ist nicht zu verkaufen.“

Wie es gestern in Kreisen der US-Private-Equity-Firma KKR hieß, hatten die Amerikaner zusammen mit dem Hamburger Handelskonzern Edeka dem Kölner Wettbewerber Rewe in einer Aufsichtsratspräsentation ein milliardenschweres Übernahmeangebot unterbreitet. Die Initiative dazu sei von Edeka gekommen, sagte ein Insider.

Ziel der geplanten Übernahme war offenbar eine Zerschlagung. So sei KKR an Rewes Touristiksparte interessiert gewesen, die Marken wie LTU Touristik, ITS oder Jahn-Reisen umfasst. Auch die österreichische Supermarkt-Tochter Billa habe im Fokus von KKR gestanden. Die 100-Prozent-Beteiligung in der Wiener Neustadt steuert nahezu die gesamte Supermarkt-Expansion des Kölner Konzerns im Ausland – und gilt deshalb als Ertragsperle.

Für das Großhandelsgeschäft, das allein in Deutschland über 3 000 selbstständige und konzerneigene Rewe-Supermärkte beliefert, habe Edeka Interesse gezeigt. Den Rewe-Genossen hatte der Hamburger Wettbewerber die Übernahme schmackhaft gemacht, indem er ihnen aufgrund des zu bündelnden Einkaufs bei den Herstellern deutlich günstigere Preise in Aussicht stellte. Eine Sprecherin des Hamburger Konzerns wollte sich dazu nicht äußern. „Der Rewe-Vorstand hat das Angebot abgelehnt. Damit ist der Fall für uns erledigt“, hieß es in KKR-Kreisen.

Nach einem Bericht des „Manager-Magazins“ ist für die Kölner die Gefahr einer Übernahme dennoch nicht gebannt. Angeblich hat auch der in der Schweiz lebende Finanzinvestor Clemens Vedder Interesse an einer Übernahme von Rewe bekundet. Im Aufsichtsrat des Kölner Konzerns herrscht seitdem helle Aufregung. 1995 hatte Vedder gemeinsam mit seinen Partnern Karl Ehlerding und Klaus-Peter Schneidewind die deutsche Supermarktkette Spar übernommen. Anstatt das Hamburger Unternehmen fit für den Wettbewerb zu machen, verkauften sie es wenig später mit 100 Mill. Euro Gewinn weiter an Intermarché. Anschließend wurde Spar zum Sanierungsfall.

In ihrer jetzigen Form als Genossenschaft ist die Rewe kaum zu übernehmen. „Die Konstruktion macht es Externen nicht leicht“, bestätigt Aufsichtsratschef Zander. Schließlich seien die rund 3 000 Genossenschaftsanteile nicht frei handelbar.

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