Kampf mit Online-Händlern
Kartellamt setzt Adidas unter Druck

Rückschlag für Adidas: Der Sportartikelhersteller gibt einen Teil seiner Beschränkungen für Online-Händler wieder auf. Das Bundeskartellamt ermittelt gegen Adidas wegen schweren Wettbewerbseinschränkungen.
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Düsseldorf/MünchenIm Abwehrkampf gegen die Preisschlacht im Internet-Handel müssen Adidas und Sportfachgeschäfte einen Rückschlag hinnehmen. Europas größter Sportartikelanbieter gab am Dienstag dem Druck des Bundeskartellamts nach und lockerte seine Beschränkungen für Online-Händler.

Schuhe, Kleidung und Sportgeräte von Adidas dürfen unter bestimmten Bedingungen nun auch wieder auf sogenannten offenen Marktplätzen verkauft werden, wie das Unternehmen mitteilte. Der Bundesverband Onlinehandel begrüßte die Entscheidung. Er erhoffe sich Signalwirkung auch auf andere Konzerne, sagte Verbandspräsident Oliver Prothmann der Nachrichtenagentur Reuters.

Den Verkauf auf solchen Online-Plattformen, wie sie eBay oder Amazon für externe Händler anbieten, hatte der Konzern vor anderthalb Jahren verboten. Daraufhin hatte das Bundeskartellamt wegen einer möglichen Behinderung des Wettbewerbs zu ermitteln begonnen. Diese Untersuchung stehe „unmittelbar vor dem Abschluss“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Sie könnte Signalcharakter auch für andere Hersteller haben, die ähnliche Praktiken verfolgen.

Auch der kleinere Adidas-Konkurrent Asics war ins Visier der Wettbewerbshüter geraten - ihm warfen sie „eine Reihe von schwerwiegenden Wettbewerbsbeschränkungen“ vor. Adidas sei mit seinen Beschränkungen im Online-Handel Vorreiter gewesen - „ich hoffe, sie sind es mit der Öffnung nun auch wieder“, betonte Prothmann.

Der Preiskampf, der auf den offenen Online-Marktplätzen am heftigsten tobt, ist Markenherstellern und Fachgeschäften ein besonderer Dorn im Auge. Während Ladenbesitzer beklagen, dass sich Kunden bei ihnen beraten lassen und die Ware dann beim Billiganbieter im Netz bestellen, befürchten die Hersteller, in den Geruch der Billigmarke zu kommen, was dem Geschäft langfristig schaden kann.

„Unser Ziel war und ist es, die Darstellung unserer Marken über alle Vertriebskanäle hinweg in optimaler Weise sicherzustellen und so Konsumenten ein positives Markenerlebnis zu ermöglichen“, bekräftigte Adidas dementsprechend am Dienstag. Der Konzern machte deshalb deutlich, dass der Schritt nur ein Teilrückzug ist: Händler dürften die Produkte mit den drei Streifen nur dann auf offenen Markplätzen verkaufen, „falls diese unsere qualitativen Kriterien für die Markenpräsentation erfüllen“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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