Kampf um die Zukunft
Woche der Spekulationen für Air Berlin

Air Berlin hat seine Bilanzvorlage verschoben, die Aktie fährt daraufhin Achterbahn. In einer Woche muss nun eine Lösung für die angeschlagene Airline her. Gibt Etihad weiteres Geld – oder wollen die Araber mehr?
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Düsseldorf„Mit Air Berlin ins verlängerte Wochenende“ ist eine Pressemitteilung vom Donnerstag überschrieben. Eigentlich wirbt die Fluggesellschaft damit für Angebote an Brückentagen. Doch die Überschrift ist Programm: Mit der Absage der für diesen Donnerstag geplanten Bilanzvorlage schickte Air Berlin Berichterstatter und Börsianer am Mittwochabend sprichwörtlich in ein langes Wochenende, es wird ein Wochenende der Spekulationen.

Die Unsicherheit ist groß bei Air Berlin. Neuer Termin für die Bilanzvorlage ist der kommende Donnerstag (27. März). Für Air Berlin bleibt also eine Woche der Entscheidung, die Airline kämpft um ihre Zukunft – mit ungewissem Ausgang.

Auch die Anleger wissen nicht, was sie von der Ankündigung zu halten haben. „Wir führen derzeit fortgeschrittene Gespräche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden“, hatte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft mitgeteilt. Danach fuhr die Aktie Achterbahn: Die im SDax notierten Papieren stiegen am Mittwochabend zunächst um knapp 15 Prozent auf 2,35 Euro. So hoch hatten die Papiere seit Mitte Januar nicht mehr notiert.

Am Donnerstag ging es dann zunächst weiter hoch auf 2,43 Euro – und dann aber in die entgegengesetzte Richtung. Bis zum Nachmittag verloren Air Berlin gut sechs Prozent und standen bei 2,20 Euro.

Analysten gehen davon aus, dass Air Berlin im vergangenen Jahr einen hohen Verlust eingeflogen hat. Der operative Jahresverlust (Ebit) dürfte den Prognosen zufolge zwischen 114 Millionen Euro und 132 Millionen Euro liegen nach 70 Millionen Euro Gewinn im Jahr zuvor. Damals hatte die Airline von hohen Extraerlösen aus dem Verkauf ihres Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad profitiert.

Doch die Verschiebung der Bilanzvorlage hat weitergehende Gründe, als bloß einen erneuten Jahresverlust, der der fünfte in den vergangenen sechs Jahre wäre. Die Airline benötigt Geld, um zumindest die angepeilte Verlustmarke nicht zu übertreffen. Bei der Vorlage der letzten Quartalszahlen im November hatte Air Berlin erklärt, dass „angesichts der weiterhin herausfordernden Marktbedingungen (...) die aktuell durchschnittlichen Markterwartungen für das Jahresergebnis 2013 nur durch Einmaleffekte und sonstige betriebliche Erträge annähernd erreichen können.“

Was das ist, darüber kann bis kommenden Donnerstag nur spekuliert werden. Bislang wurde Air Berlin von Etihad finanziell über Wasser gehalten. Die schnell wachsende Fluglinie aus Abu Dhabi hält knapp 30 Prozent an den Berlinern.

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