Kampf um Geschäftskunden
Briten reißen alle Schranken auf dem Postmarkt nieder

Die Briten geben zum 1. Januar den Postmarkt zum Wettbewerb frei. Die staatliche Royal Mail verliert alle Monopolrechte und muss ihr Porto von der Regulierungsbehörde genehmigen lassen.

LONDON. Um in die Modernisierung investieren zu können, darf sie das Briefporto erhöhen. Die 14 lizenzierten Konkurrenten werden sich erst einmal auf die lukrativen Geschäftkunden konzentrieren.

Zu den drei Hauptkonkurrenten zählt die Deutsche-Post-Tochter DHL Global Mail, die sich im Zuge der Übernahme des Logistikers Exel dessen Briefdienstleister Mercury einverleibt. DHL-Kunde ist laut der Regulierungsbehörde Postcomm unter anderen die Supermarktkette Tesco. Die anderen Hauptgegner sind die niederländische TNT Mail mit Kunden wie Barclays und BSkyB sowie UK Mail, eine Tochter der börsennotierten Business Post Group, die Vodafone und die Steuerbehörde bedient.

„Die Konkurrenten werden erst einmal das Wasser testen und nicht allzu viel investieren“, sagt ein Postcomm-Sprecher. Der erste Schritt werde sein, dass sie sich um kleinere Massensendungen bemühten. Der Aufbau eines flächendeckenden Postverteilnetzes sei nicht in Sicht. Wohl sei es aber möglich, dass Royal-Mail-Konkurrenten eigene Verteilnetze in den großen Städten aufbauten.

Das fürchtet die Royal Mail am meisten. „Mit den Einnahmen aus der Geschäftskundenpost subventionieren wir doch heute die Privatpost“, sagt ein Sprecher. Etwa 90 Millionen Briefe im Monat gingen durch die Hände der Konkurrenten. Für das Geschäftsjahr zum 31. März 2006 rechnet die Royal Mail damit, dass eine Milliarde der 22 Milliarden Briefe bei Konkurrenten abgegeben werden. Diese sortieren die Post und geben sie überwiegend bei Royal Mail zum Verteilen ab. Die Rabatte auf das Porto geben sie an ihre Kunden weiter.

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