Kampf um Hermès
Frankreich versus den reichsten Mann Europas

Bernard Arnault gilt als reichster Mann Europas. Mit seinem Griff nach Hermès hat der Chef des Luxuskonzerns LVMH nicht nur das Traditionsunternehmen aufgeschreckt, sondern gleich auch noch die französische Regierung gegen sich mobilisiert.
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HB PARIS. Im Pariser Luxusgüterhaus Hermès geht die Angst um. Nachdem sich der französische Multimilliardär Bernard Arnault mit dem LVMH-Konzern heimlich in die Familien-Dynastie eingekauft hat, fürchtet die Unternehmensleitung um die Unabhängigkeit des Traditionshauses. Arnault gilt als reichster Mann Europas und als ebenso ehrgeiziger wie erfolgreicher Markenjäger. 60 meist große Namen hat er bereits unter dem Dach seines LVMH-Konzerns vereint.

Die Liste reicht von Champagnern wie Moët & Chandon bis hin zu Modelabels wie Louis Vuitton, Christian Dior oder Kenzo. Die Marke Hermès würde nur allzu gut in diesen Reigen passen - auch wenn der 61-Jährige bislang nicht von Übernahmeabsichten spricht. „Rein freundschaftlich“ sei sein Engagement, ließ der vom Magazin „Forbes“ zu den mächtigsten Menschen der Welt gezählte Unternehmer nach seinen Aktienkäufen ausrichten. Als langfristiger Investor wolle er helfen, die französischen Werte der Marke zu bewahren.

Doch an Arnaults Absichten gibt es berechtigte Zweifel. Um sich für 1,45 Milliarden Euro einen Anteil von 17,1 Prozent am Hermès- Kapital zu sichern, nutzte der Unternehmer besondere Aktienderivate, deren Handel in Frankreich derzeit nicht meldepflichtig ist. Die sogenannten Equity Swaps gelten als ideales Instrument, um sich an Übernahmeziele anzuschleichen. Auf die gleiche Art und Weise ging der fränkische Autozulieferer Schaeffler beim dreimal so großen Unternehmen Continental vor.

Am Konzernsitz von Hermès nahe des französischen Präsidentenpalastes ist die Aufregung deshalb groß. „Dieser Einstieg hat nichts freundschaftliches“, wettert Unternehmenschef Patrick Thomas. Gemeinsam mit dem Chef der Hermès-Familiengesellschaft, Bertrand Puech, fordert er LVMH auf, die Finger von der Marke zu lassen. „Wenn Sie sich freundschaftlich zeigen wollen, ziehen Sie sich wieder zurück, Herr Arnault.“ Aus den Erbenfamilien sei niemand bereit, seine Anteile zu verkaufen, heißt es.

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  • wie andere Leute briefmarken? Muss wohl doch mehr abwerfen? Aber zum Glück muss man ja nicht bei ner Marke kaufen...

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