Kampf ums Erbe
Die roten Rosen der Frau Dussmann

Während die Dussmann-Gruppe Rekordumsätze meldet, droht im Hintergrund ein Erbstreit, der das Unternehmen schwer erschüttern könnte. Doch die Vorsitzende schweigt.
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BerlinGelernt ist gelernt. Im roten Kleid sitzt sie auf der Bühne im Keller des Kulturkaufhauses Dussmann, eingerahmt von Rosensträußen, und lässt sich nichts anmerken, Catherine von Fürstenberg-Dussmann, früher Schauspielerin, heute Stiftungsratsvorsitzende des Dienstleistungskonzerns. Es gehe heute ausschließlich um die Jahreszahlen, hat sie ihren Sprecher zu Beginn der Pressekonferenz feststellen lassen.

Dann setzt die Vorsitzende ein Lächeln auf. „Wir haben das beste Jahr unserer Firmengeschichte erreicht“, beginnt sie, und dass ihre Mitarbeiter großartig seien. Herkömmliche Unternehmenschefs würden jetzt einfach „danke“ sagen. Von Fürstenberg-Dussmann, die gebürtige Amerikanerin, formuliert es so: „Mein Herz ist voll.“

1100 Arbeitsplätze habe der Konzern 2014 in Deutschland geschaffen, weltweit über 3000. Insgesamt beschäftigt Dussmann jetzt knapp 65.000 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr 1,98 Milliarden Euro umgesetzt. Die Zwei-Milliarden-Marke sei noch nicht geknackt, sagt Dussmann, „aber ich verspreche euch, im nächsten Jahr werden wir das feiern.“

Ein vollmundiges Versprechen, schließlich ist es alles andere als sicher, dass Fürstenberg-Dussmann nächstes Jahr noch auf diesem Platz sitzt. Die schönen Zahlen werden überschattet von einem Erbstreit, der das Unternehmen in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Die Tochter von Fürstenberg-Dussmann und dem verstorbenen Peter Dussmann hat das Landgericht Berlin aufgefordert, ihre Mutter für erbunwürdig zu erklären. Zuvor hatte die Mutter eine Feststellungsklage gegen die Tochter eingereicht, und drei Viertel des Erbes für sich beansprucht.

Welches der letzte Wille des Unternehmensgründers war, darüber wird das Gericht voraussichtlich Ende des Sommers verhandeln.

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