Kampfpreise bei E-Books
Amazon spendiert Amerika Rabatte

Amazon puscht den Umsatz: Um die Menschen zum Einkaufen zu bewegen, räumt der weltgrößte Online-Einzelhändler satte Rabatte ein, gibt Millionen für Werbung aus und investiert in seine Auslieferungszentren. Das sorgt zwar für ein enormes Wachstum, nagt aber an den Gewinnen. Wie es um das deutsche Kindle steht, darüber sprach Deutschland-Chef Ralf Kleber mit dem Handelsblatt.
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HB SEATTLE. Am Donnerstag, nach Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal, rutschte der Kurs der Aktie um fast 4 Prozent ab. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um satte 39 Prozent auf 7,6 Mrd. Dollar zu. Der Gewinn indes hinkte mit einem Plus von 16 Prozent auf unterm Strich 231 Millionen Dollar weit hinterher. Am Ende des laufenden Quartals, in das die entscheidende Weihnachts-Saison fällt, könnte sogar ein Gewinnrückgang stehen, befürchten Analysten.

„Wir haben dieses Jahr zu Weihnachten die besten Preise, die größte Auswahl, die vollsten Lager und die schnellste Belieferung in unserer Geschichte“, brüstete sich Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos. Dabei hätte er wissen müssen, dass derlei Sätze bei den Anlegern schlecht ankommen, wenngleich die Kunden sich sicherlich freuen werden.

Bereits im vorangegangenen Quartal hatten die Aktionäre Amazon dafür abgestraft, dass der Händler in seinem Wachstumsdrang die Kosten aus den Augen verloren hatte. Die Aktie war am Tag der Zahlenvorlage noch drastischer als jetzt eingebrochen; Beobachter sprachen damals von einem „Schlachtfest“.

Unter anderem bietet Amazon die neueste Variante seines Verkaufsschlagers Kindle je nach Ausführung um rund ein Viertel billiger an als den Vorgänger, obwohl das Gerät leistungsfähiger ist. Der „Kindle“ ist Amazons Lesegerät für elektronische Bücher und inzwischen ab 139 Dollar plus Steuern zu haben. Diese sogenannten E-Books wachsen weiter rasant.

Der Grund für den agressiven Preis liegt in der starken Konkurrenz durch Apples Tablet-Computer iPad sowie dem Lesegerät nook der führenden US-Buchhandelskette Barnes & Noble. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass sich der Buchhändler mit dem Discountriesen Wal- Mart verbündet hat und dieser bald ebenfalls den „nook“ anbieten wird. Die zweite große US-Buchhandelskette Borders greift zusätzlich mit dem Kobo zum Kampfpreis von 129,99 Dollar an.

Auch bei Elektronikartikeln vom Fernseher bis zum Staubsauger dreht Amazon an der Preisschraube. Damit macht Amazon mittlerweile mehr Geld als mit Büchern, CDs und DVDs. Schärfster Rivale ist hier der Online-Marktplatz Ebay. Nicht zuletzt durch die satten Rabatte war Amazon dem Konkurrenten ein ums andere Mal davongezogen. Um magere 3 Prozent war Ebays Marktplatz im vergangenen Quartal gewachsen.

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