Kannibalisierungseffekte sind nicht auszuschließen
Reisebranche baut Internet-Präsenz aus

Die deutsche Reisebranche baut ihr Angebot im Internet für 2005 erheblich aus. Alle großen Veranstalter arbeiten an zusätzlichen oder verbesserten Portalen für den Direktvertrieb außerhalb des bisher klassischen Verkaufs per Reisebüro.

HB KÖLN. Nach Marktführer Tui kündigte auch der Branchenzweite Thomas Cook am Dienstag ein eigenes Hotel-Portal im Internet an, wo sich Kunden selbst eine Pauschalreise zusammenstellen können. „Wenn gerade jüngere Kunden sich Reisen mehr und mehr selbst im Internet zusammenstellen wollen, dann muss man dem Rechnung tragen“, sagte Cook-Vorstandschef Wolfgang Beeser auf dem Touristikkongress der Fachzeitschrift „FVW International“ in Köln. Die großen Veranstalter müssten, anstatt über die Internetkonkurrenz zu jammern, dieses Feld selbst dominieren.

Tui hatte bereits im Frühjahr ein eigenes Hotel-Portal frei geschaltet, das in den kommenden Monaten verbessert und erweitert werden soll. Die Nummer drei im deutschen Markt, die Rewe Touristik, hatte kürzlich ebenfalls ein neues Internet-Portal angekündigt.

Hinzu kommen Pläne für so genannte virtuelle Reiseveranstalter und Reiseplattformen, wo Flüge, Hotels, Mietwagen und anderes rund um die Reise ausschließlich per Internet oder telefonisch per Call-Center gebucht werden können. An der geplanten reinen Internetmarke „Touropa“ ist mit Tui ein klassischer Reisekonzern unmittelbar beteiligt.

Cook-Chef Beeser räumte ein, dass durch den Ausbau des Internet-Vertriebs Geschäft an anderer Stelle verloren gehen könne. „Aber wir ziehen es vor, dass wir uns selbst kannibalisieren, als dass uns andere kannibalisieren“, sagte Beeser. Dies bedeute nicht das Ende der Reisebüros, die weiterhin ihre Berechtigung hätten.

Der beim Konkurrenten Tui für den britischen Markt zuständige Bereichsvorstand Peter Rothwell wies auf der gleichen Veranstaltung auf die jüngste Entwicklung in Großbritannien hin. Tui streicht dort 800 Stellen vor allem im Vertrieb und wird auch Reisebüros schließen. Grund ist der in Großbritannien im Vergleich zu Deutschland bereits stärkere Trend zur Direktbuchung. Die Reiseveranstalter müssten diesen Trend konsequent mit ihren bekannten starken Marken und ihrem breiten Angebot nutzen, sagte Rothwell.

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