Kanzleien trennen sich von unprofitablen Partnern
Wirtschaftsanwälte akzeptieren erfolgsabhängige Honorare

Wirtschaftskanzleien in Deutschland orientieren sich zunehmend an der Geschäftspraxis ihrer US-amerikanischen Kollegen. Jede dritte Großkanzlei akzeptiert hier zu Lande inzwischen zumindest teilweise erfolgsbezogene Honorare. Dies zeigt die neue Handelsblatt-Umfrage unter den 50 renommiertesten Wirtschaftssozietäten.

jl/toe DÜSSELDORF. Wie sehr sich die Anwaltssozietäten schon zu „normalen“ Unternehmen entwickelt haben, belegt ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Danach hat sich im vergangenen Jahr bereits jede achte Kanzlei von Partnern getrennt, die unprofitabel arbeiteten. Jede dritte Kanzlei schließt dies für die Zukunft nicht aus. Damit ändert sich der Part- ner-Status dramatisch. Über Jahrzehnte hinweg galt er als eine Gemeinschaft, die bis zum Ausscheiden aus dem Beruf hielt. Für junge Anwälte wird es darüber hinaus immer schwieriger, den Partner-Status überhaupt zu erreichen.

Drei von vier Top-Wirtschaftssozietäten steigerten der Umfrage zufolge ihren Umsatz im vergangenen Jahr. In diesem Jahr rechnen sogar 90 Prozent der renommiertesten Wirtschaftskanzleien mit einem Plus. Fast jede dritte dieser Sozietäten will neue Mitarbeiter einstellen. Skeptisch sind die Wirtschaftsanwälte hingegen für die gesamte Anwaltsbranche. Nur 40 Prozent erwarten, dass die Branche insgesamt ihre Umsätze in diesem Jahr steigert.

Da die Wirtschaftssozietäten erkannt haben, dass ihre öffentliche Wahrnehmung wichtig für ihren Geschäftserfolg ist, wollen 83 Prozent ihre Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Dies ist umso wichtiger, als für Juristen nach wie vor Werbebeschränkungen gelten. Wie eine aktuelle Auswertung von 60 deutschen Zeitungen und Zeitschriften ergab, überschreiten nur fünf Kanzleien die Schwelle von hundert Meldungen. An der Spitze liegt Linklaters mit 190 Nennungen. Platz zwei belegt Clifford Chance mit 164 Nennungen, gefolgt von Freshfields.

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