Kanzler-Mittel für Schienen-Netz sollen gestreckt werden
Bahn spürt zunehmenden Wettbewerb

Die Deutsche Bahn bekommt vor allem im Güter- und im Regionalverkehr den Konkurrenzdruck auf der Schiene immer deutlicher zu spüren. Zudem drängt das Unternehmen auf schnelle Entscheidungen des Bundesverkehrsministeriums zu den diesjährigen Bundesmitteln für das Schienennetz.

HB BERLIN. „Es sind internationale Verkehrskonzerne, die verstärkt auf den deutschen Markt drängen“, sagte der Wettbewerbsbevollmächtigte der Joachim Fried, bei der Vorlage des Wettbewerbsberichts des Konzerns am Donnerstag in Berlin. 290 private Bahnen nutzten inzwischen die deutschen Trassen. Im vergangenen Jahr sei die von der Konkurrenz erbrachte Leistung um 25 % auf fast 88 Mill. Trassenkilometer gestiegen. Die entspricht einem Marktanteil von neun Prozent an der gesamten Betriebsleistung des Netzes.

Vor allem im Regionalverkehr werde der Konkurrenzdruck immer stärker, sagte Fried. Inzwischen erhalte die DB AG bei weniger als der Hälfte der Vergabeverfahren den Zuschlag. Dies sei bedenklich. 2004 gewann der Konzern dem Bericht zufolge von elf Ausschreibungen sogar nur drei. Wichtige Aufträge erhielt der Konzern vor allem durch Vergaben ohne Ausschreibungen in einzelnen Ländern. Der Marktanteil der Privatbahnen stieg 2004 von knapp zehn auf fast zwölf Prozent. Im laufenden Jahr erwartet die Bahn bereits einen Anteil von über 13 % für die Wettbewerber. Gemessen an den Personenkilometern bleibt die Bahn jedoch nahezu Monopolist. Gerade einmal 5,4 % der Leistung erbringen andere Unternehmen, allerdings mit deutlich steigender Tendenz.

Beim Güterverkehr stieg der Gesamtleistung der Bahnen um gut acht Prozent auf über 86 Mill. Tonnenkilometer. Die privaten Anbieter wickelten dem Bericht zufolge gut zehn Prozent der Fahrten ab nach einem Anteil von 7,2 % im Jahr zuvor.

Im Personenfernverkehr gibt es aber weiterhin so gut wie keinen Wettbewerb. Lediglich drei Verbindungen werden von Unternehmen bedient, die nicht zum DB-Konzern gehören. Dies entsprach einem Anteil von nur 0,2 % an der Verkehrsleistung im Fernverkehr. Das liege nicht an fehlenden Wettbewerbsmöglichkeiten, sagte Fried. Vielmehr sei der Markt einer starken Konkurrenz durch Auto und Flugzeug ausgesetzt. Zudem erfordere der Fernverkehr erhebliche Investitionen und biete nur wenige lukrative Nischen, die von der DB AG nicht besetzt worden seien.

Insgesamt bewertet die Deutsche Bahn die Entwicklung des Schienenverkehrs positiv. Im vergangen Jahr hätten die Bahnen gegenüber anderen Verkehrsträgern Marktanteile im Personenverkehr gewinnen können. Auch im Güterverkehr erhöhte sich der Bahnanteil zu Lasten der Straße leicht.

Der Zugang zum Netz der Bahn sei 2004 weitgehend reibungslos verlaufen, sagte Fried. „Für behördliche Beanstandungen gab es keinen Anlass.“ Von gut 46 000 Trassenanmeldungen entfielen danach 8700 auf Privatbahnen. Der Wettbewerb auf der Schiene werde sich weiter verschärfen, schätzte Fried.

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