Karstadt-Eigner
Wie Benko die Kaufhof-Übernahme stemmen will

  • 1

„Eher würde ich im Hochzeitskleid über die Fifth Avenue tanzen“

Ob Kaufhof dann noch zu HBC gehört, scheint fraglich. Allein im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahrs hat die Gruppe umgerechnet 284 Millionen Euro Verlust gemacht, fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das dritte Quartal soll nicht besser gewesen sein. Allein der Kaufhof hat im laufenden Jahr bislang rund 100 Millionen Euro verbrannt. Vor diesem Hintergrund stünden die Aussichten nicht schlecht, dass ein Deal zustande kommt, glaubt Experte Heinemann. Die Kanadier hätten sich mit dem Kaufhof schlicht verzockt.

Und nicht nur damit. In den Niederlanden öffnen zehn neue Hudson's-Bay-Kaufhäuser ihre Türen. Die Anlaufverluste belaufen sich Insidern zufolge auf rund 50 Millionen Euro. Sie seien etwas höher ausgefallen als geplant. „Die Läden waren zwar voll, doch es wurde wenig verkauft“, heißt es intern. Die neuen Filialen von Saks Off Fifth werfen weniger ab als erwartet.

Dank Benko hat Baker die Chance, zumindest aus dem Desaster in Deutschland mit einem blauen Auge herauszukommen. Der Betrag den Benko bietet, liegt über der Summe, die HBC für Kaufhof gezahlt hat.

Vor einigen Monaten noch wäre es dennoch kaum denkbar gewesen, dass Baker das Angebot ernsthaft prüft. Für ihn sei Benko eine Unperson, heißt es in Bakers Umfeld. Die HBC-Seite hat den Verdacht, dass Personen aus „der Sphäre“ von Benko in den vergangenen Monaten bei Banken Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von HBC geschürt haben. Signa äußerte sich auf Nachfrage hierzu nicht.

So hieß es auch noch vor wenigen Monaten in Bakers Umfeld: „Eher würde er im Hochzeitskleid über die Fifth Avenue in New York tanzen als an Benko zu verkaufen.“ Solche Attitüden kann er sich womöglich aber gar nicht mehr leisten.

Kommentare zu " Karstadt-Eigner: Wie Benko die Kaufhof-Übernahme stemmen will"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Dame und die Herren Redakteure müssen doch wissen, dass ein nicht wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen, nicht dadurch witschaftlich wird, dass man es einfach so unwirtschaftlich weiter wirtschaften lässt. Deshalb ist das Dauergejammer um Arbeitsplätze vollkommen fehl am Platz. Die überzähligen Mitarbeiter sind heute schon verkappte Arbeitslose und je länger sie es sind, desto schmerzhafter wird der Einschnitt, wenn das Ende kommt. Karstadt ist auf dem Weg und Kaufhof mag sich dem anschließen. Ansonsten droht zunächst ein Schrecken ohne Ende, der aber doch schrecklich enden würde. Wer hat hier Fragen und welches Interesse diese zu stellen?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%