Karstadt-Eigner Wie Benko die Kaufhof-Übernahme stemmen will

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Schreckensszenario für Mitarbeiter

Benko bietet nun drei Milliarden Euro für Kaufhof, inklusive der Immobilien. Auf den Häusern lasten gut 1,4 Milliarden Euro Schulden, die vom Kaufpreis abzuziehen wären. Es bliebe ein Betrag von mehr als eine Milliarde Euro übrig. Die Raiffeisen Zentralbank in Österreich hat zugesagt, 700 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Zusage für die Finanzierung steht unter dem Vorbehalt einer Kreditprüfung, heißt es.

Die US-Kanzlei Skadden und die Beratungsgesellschaft Evercore begleiten die Transaktion. „Die würden sich dafür nicht hergeben, wenn Benko nicht nachgewiesen hätte, dass er den Deal bezahlen kann“, sagt ein Handelsexperte. Aus dem Signa-Umfeld ist zu hören, dass eine Due Dilligence binnen zwei Wochen machbar sei. Vor zwei Jahren, als Signa den Kaufhof schon einmal übernehmen wollte, hätten sie schließlich „alles schon mal geprüft“. Von Signa-Seite ließe sich der Deal bis Weihnachten besiegeln.

Das sind Deutschlands beliebteste Einkaufsmeilen
Platz 10: Schadowstraße
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Aufgrund von langen Baumaßnahmen schafft es die Düsseldorfer Einkaufsmeile mit 8.465 Passanten pro Stunde gerade noch in die Top Ten. Jahrelang wurde in der Stadt eine 3,6 Kilometer lange U-Bahn-Strecke mit sechs neuen Bahnhöfen, unter anderem an der Schadowstraße, gebaut. Kaum ist die U-Bahnstrecke fertiggestellt wird oberirdisch eines der größten Bauprojekte der Stadt begonnen – „Ingenhoven-Tal“, ein 600 Millionen schweres Shopping- und Bürocenter mit 30.000 Quadratmeter Nutzfläche.

Quelle: JLL, Stand Mai 2017, Die Passantenfrequenz-Zählung ist und bleibt lediglich eine Momentaufnahme. Ziel der Erhebung ist der bundesweite Vergleich der Spitzenfrequenzen und die Entwicklung im Laufe der Jahre festzuhalten.

Platz 9: Westenhellweg
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Die Dortmunder Einkaufsstraße, die zur mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße Hellweg gehört, ist einer der Konstanten der Konsummeilen in Deutschland – mit 8.750 Passanten pro Stunde. Sie beginnt nahe der Reinoldkirche und erstreckt sich als Fußgängerzone etwa einen Kilometer lang. Da der Westenhellweg mit 10 Metern Breite recht schmal ist, soll sich die Gastronomie vornehmlich in den Seitenstraßen angesiedelt haben, so dass auf ihr vornehmlich die Mode-, Parfümerie- und Elektronikketten zu finden sind.

Platz 8: Mönckebergstraße
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Die Hamburger Straße ist eine der Haupteinkaufsstraßen der Hansestadt. Mit 9.475 Passanten belegt sie den achten Platz. Auf der Mönckebergstraße dürfen nur Busse und Taxis fahren. Die Gehwege wurden in den 1980er für die Passanten verbreitert. Laut der Studie sollen Einkaufsstraßen mit ausschließlichen Fußgängerzonen allgemein eine höhere Besucherzahl als jene mit Fahrstraßen aufweisen.

Platz 7: Weinstraße
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München ist die erste Metropole Deutschlands mit drei Einkaufsstraßen in den Top Ten – die Weinstraße ist die erste der drei Einkaufmeilen und belegt mit 10.035 Passanten den siebten Platz. Die Straße zielt auf Kunden im mittleren Preissegment ab, weshalb dort Ketten wie Tommy Hilfiger, Cos, H&M und WMF angesiedelt sein sollen.

Platz 6: Neuhauser Straße
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Die zweite Münchener Einkaufsstraße gehört zur Altstadt und erstreckt sich mit 350 Meter von der Kreuzung Färbergraben beziehungsweise Augustinerstraße bis zum Karlsplatz, zu dem man durch das Karlstor gelangt. An der Neuhauser Straße, die von 11.745 Passanten pro Stunde besucht wird, befinden sich neben zahlreichen Läden auch die Klosterkirche St. Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist aus dem 13. Jahrhundert, die von den Passanten bewundert werden kann.

Platz 5: Georgstraße
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Die Straße in Hannover soll nach Georg III., einem britischen König, der 1814 auch König von Hannover wurde, benannt und ursprünglich bereits 1787 mit schmucken Häusern zu Repräsentationszwecken gebaut worden sein. Heute, im 21. Jahrhundert, ist sie mit 11.905 Passanten auf dem fünften Rang der meistbesuchten Einkaufsmeilen Deutschlands.

Platz 4: Schildergasse
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Kölns Haupteinkaufsstraße verlor im Vergleich zum Vorjahr (16.835 Passanten) 2017 mit 13.505 Passanten deutlich und büßte damit ihren ersten Platz ein. Insgesamt soll sich aber die Zahl der Passanten auf Deutschlands Einkaufsmeilen von 708.54.5 auf 722.780 erhöht haben. Die Befürchtung, dass Innenstädte in Zeiten des Onlinehandels veröden, soll sich laut der Studie nicht bestätigen. Im Gegenteil: Die Städte sollen wieder vielfältiger werden und das Kauf- und Genusserlebnis stehe im Vordergrund.

Die Deutsche Warenhaus AG ist zum Greifen nah - ein Schreckensszenario für die Mitarbeiter: „Ich rechne damit, dass eine Fusion mindestens jeden vierten der insgesamt rund 36.000 Arbeitsplätze kosten wird“, sagt Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Ein Insider hält die Zahlen für zu hoch gegriffen, räumt aber ein, dass es Sparpotenzial beim Personal gibt.

Die Gewerkschaft DHV lehnt die Signa-Pläne kategorisch ab. Bei einem Zusammenschluss wäre zum Beispiel „nur eine Konzernzentrale notwendig, vom Abbau in der Fläche ganz zu schweigen“, sagt der für Kaufhof zuständige hessische DHV-Landesgeschäftsführer Alexander Henf. Der Verlust an Arbeitsplätzen werde nicht dazu führen, dass ein gemeinsames Unternehmen wettbewerbsfähiger wird. Bei der konkurrierenden Gewerkschaft Verdi hält man sich bedeckt. Die Gewerkschafter verhandeln in Kürze mit HBC-Europa-Chef Wolfgang Link über einen neuen Tarifvertrag, der Einschnitte bei den Gehältern der Beschäftigten vorsieht. Ende November ist ein erstes „Kick-Off-Meeting“ geplant, heißt es im Umfeld der Beteiligten. „Im Februar sollten die Gespräche durch sein.“

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1 Kommentar zu "Karstadt-Eigner: Wie Benko die Kaufhof-Übernahme stemmen will"

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  • Die Dame und die Herren Redakteure müssen doch wissen, dass ein nicht wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen, nicht dadurch witschaftlich wird, dass man es einfach so unwirtschaftlich weiter wirtschaften lässt. Deshalb ist das Dauergejammer um Arbeitsplätze vollkommen fehl am Platz. Die überzähligen Mitarbeiter sind heute schon verkappte Arbeitslose und je länger sie es sind, desto schmerzhafter wird der Einschnitt, wenn das Ende kommt. Karstadt ist auf dem Weg und Kaufhof mag sich dem anschließen. Ansonsten droht zunächst ein Schrecken ohne Ende, der aber doch schrecklich enden würde. Wer hat hier Fragen und welches Interesse diese zu stellen?

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