Karstadt gehört zu den Interessenten
Schweizer Jelmoli steht vor Verkauf

Der Schweizer Jelmoli Konzern, zu dem neben einem Warenhaus in Zürcher Bestlage eine Elektrohandelskette sowie eine Immobilieneinheit gehören, steht möglicherweise vor dem Verkauf. Als Interessent für die Einzelhandelskette, deren Stimmrechtsmehrheit beim deutschen Industriellen Georg von Opel liegt, gilt neben nach einem Bericht der Schweizer „Handelszeitung“ auch der deutsche Karstadt-Konzern.

oli/HB ZÜRICH. Karstadt ginge mit einem Einstieg bei Jelmoli erstmals nach seiner Restrukturierung wieder selbst auf Einkaufstour. „Das sind Spekulationen, die wir grundsätzlich nicht kommentieren“, sagte ein Sprecher von Karstadt-Quelle zu dem Bericht.

Jelmoli prüft derzeit mit Blick auf seine künftige Strategie „alle Möglichkeiten“. „Das Unwahrscheinlichste ist, dass wir nichts tun“, sagte Jelmoli-Finanzchef Roland Walder dem Handelsblatt. Bis Ende Juni will die Konzernführung einen Entschluss gefasst haben, wobei ein Verkauf des gesamten Konzerns oder einzelne Teile anstehen könnte. „Wir haben einen Verkäufer-Markt“, sagte Walder. Sowohl für Einzelhandelsgeschäfte wie für Immobilien ließen sich derzeit gute Preise erzielen.

Jelmoli hat sich im vergangenen Jahr für einen möglichen Käufer herausgeputzt. Das Betriebsergebnis (Ebitda) für das Jahr 2006 betrug 223,3 Mill. Franken (139,6 Mill Euro) und stieg damit um 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Haupttreiber dieses Zuwachses war das Immobiliengeschäft, dass nicht nur einen Wertzuwachs verzeichnete, sondern auch höhere Mieteinnahmen erzielte. Aber auch der Einzelhandel schlug sich mit einem Plus von 8,8 Prozent beim Umsatz gut.

Jelmoli gehörte lange zum Imperium von Walter Fust, dem in der Schweiz eine beispiellose Karriere gelang. Der Ingenieur begann 1966 mit einem Zwei-Mann-Betrieb, der Waschmaschinen und Kühlschränke verkaufte, später eine Küchen- und Bäderabteilung eröffnete und sich seit 1989 in der Unterhaltungselektronik und danach auch in den Bereichen Computer und Telekommunikation ausbreitete. Er erwarb das traditionsreiche Zürcher Warenhaus Jelmoli mit Sitz an der teuren Bahnhofstraße und wurde 1997 Verwaltungsratspräsident der Gruppe. Im Versandgeschäft ging er eine Partnerschaft mit Heine in Deutschland ein.

Später stellte Jelmoli seine Geschäftstätigkeiten mit der Aufnahme des Immobilien-Entwicklungsgeschäftes, das auf der Verwaltung der eigenen Warenhaus- und Fust-Liegenschaften beruht, auf ein zweites Standbein. 2003 verkaufte Mehrheitsaktionär Walter Fust seine Anteile an die Pelhalm Investments SA des deutschen Industrieellen Georg von Opel.

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