Karstadt
Mitarbeiter streiken für ihre Jobs

Am Dienstag hatte die Karstadt-Geschäftsführung das Aus für weitere fünf Filialen der Warenhauskette beschlossen. Am Freitag treten Beschäftigte des Konzerns in den Streik: Sie wollen neue Tarifverhandlungen erzwingen.
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DüsseldorfMitarbeiter der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt haben am Freitag in Frankfurt gestreikt. Mit ihrem Ausstand wollen sie Druck auf die Geschäftsführung ausüben, die in der Mainmetropole mit den Arbeitnehmervertretern zu erneuten Tarifverhandlungen zusammentraf. Der zuständige Verdi-Landesfachbereichsleiter Bernhard Schiederig kritisierte die Sparpolitik des Unternehmens auf Kosten der Beschäftigten und forderte vom Eigentümer Rene Benko Investitionen.

Karstadt sei aus der Tarifbindung geflüchtet, habe in den vergangenen Monaten mehr als 3000 Arbeitsplätze abgebaut und schließe Filialen, erklärte Schiederig. Die Geschäftsführung müsse sich angesichts dessen fragen lassen, „ob für die Zukunft des Unternehmens und seiner Belegschaft tatsächlich ein betriebswirtschaftlich plausibles und sozialpolitisch akzeptables Konzept besteht“.

Verdi hatte zuletzt erklärt, insgesamt seien von den Kürzungsplänen der Eigner in den Waren- und Sporthäusern etwa 40 Prozent der verbliebenen rund 15.800 Mitarbeiter gefährdet. Erst am Dienstag beschloss der Aufsichtsrat des Kaufhof-Konkurrenten das Aus für fünf weitere Filialen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Karstadt das Aus für Standorte in Stuttgart und Hamburg, zwei K-Town-Filialen in Göttingen und Köln sowie zwei Schnäppchen-Center in Paderborn und Frankfurt/Oder mit insgesamt mehr als 330 Mitarbeitern beschlossen.

Die Karstadt-Geschäftsführung hatte im Mai 2013 eine „Tarifpause“ für die damals noch rund 17.000 Beschäftigten ausgerufen - der Warenhausriese sparte sich so, anders als Konkurrent Kaufhof, Lohnerhöhungen. Bislang sollen nur die drei Luxushäuser um das Berliner KaDeWe in die Tarifbindung zurückkehren. Karstadt-Chef Stephan Fanderl pocht für die übrigen Teile auf tiefe Einschnitte. Verdi fordert hingegen eine Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die zügige Rückkehr in die Tarifbindung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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