Karstadt Optimismus trotz miesem Weihnachtsgeschäft

Das Weihnachtsgeschäft bei Karstadt soll 2015 schlechter als im Vorjahr verlaufen sein, so ein Insider. Der Konzern sähe sich aber auf einem guten Weg. Bei der Warenhauskette spricht man von „herausfordernden Zeiten“.
Das Weihnachtsgeschäft hat sich für die angeschlagene Warenhauskette angeblich als Reinfall erwiesen. Quelle: dpa
Karstadt

Das Weihnachtsgeschäft hat sich für die angeschlagene Warenhauskette angeblich als Reinfall erwiesen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie warme Witterung und die Rabattschlacht im Einzelhandel haben dem Warenhauskonzern Karstadt einem Insider zufolge im Weihnachtsgeschäft zugesetzt. Umsatz und Ergebnis seien zum Vorjahr zurückgegangen, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Karstadt sehe sich aber dennoch auf einem guten Weg, im gesamten Geschäftsjahr 2015/2016 (Ende September) unter dem Strich wieder die Gewinnschwelle zu erreichen. Im Geschäft über die Feiertage fahren die Einzelhändler traditionell den Löwenanteil ihrer Gewinne ein.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014/2015 bestätigten sich dem Insider zufolge die vorläufigen Zahlen. Karstadt erzielte demnach bei einem Umsatzrückgang von etwa vier Prozent in seinen Warenhäusern einen Betriebsgewinn von etwa 17 Millionen Euro.

Unter dem Strich stand aber noch ein Verlust von rund 66 Millionen Euro zu Buche. Für 2013/2014 hatte Karstadt bei einem Umsatz von 2,65 Milliarden Euro noch einen Betriebsverlust von 108 Millionen Euro und einen Fehlbetrag von gut 190 Millionen Euro ausgewiesen.

Zu den konkreten Zahlen äußerte sich ein Unternehmenssprecher nicht. „Karstadt hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals wieder Geld über die Ladenkasse verdient. Im aktuellen Geschäftsjahr bewegen wir uns ebenfalls im Rahmen unserer Planung, die weitere spürbare Ergebnisverbesserungen ausweist.“

Doch blieben die Zeiten herausfordernd. „Alle Erfahrungen zeigen, dass die Jahre zwei und drei einer Sanierung oft besonders schwierig sind“, ergänzte der Sprecher. „Wir bewegen uns in einem Verdrängungswettbewerb - niemand wartet darauf, dass der andere besser wird.“

2014 hatte der österreichische Immobilien-Investor Rene Benko Karstadt übernommen. Er setzte den Rotstift an, um den Warenhauskonzern aus der Verlustzone zu holen. Unprofitable Häuser wurden geschlossen, über 2000 Mitarbeiter mussten gehen. Zudem lichtete Karstadt-Chef Stephan Fanderl den Markendschungel im Sortiment und setzt verstärkt auf eine lokale Ausrichtung der Filialen.

Der ärgste Konkurrent ist die ehemalige Metro -Tochter Kaufhof, der unter dem neuen Eigner Hudson's Bay in die Offensive gehen will. Doch auch beim Konkurrenten lief es zuletzt nicht rund. Der Umsatz ging im vergangenen Geschäftsjahr 2014/2015 (Ende September) um 2,5 Prozent auf 3,02 Milliarden Euro zurück, wie aus einer Akquisitionsmitteilung von Hudson's Bay an die kanadische Börse hervorgeht. Der Gewinn sank auf 79,8 Millionen Euro von 106,7 Millionen Euro. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" von den Zahlen berichtet.

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