Kartellamts gibt grünes Licht
Air Berlin bekommt Freigabe für DBA-Übernahme

Das Bundeskartellamt hat die Hochzeit der beiden Billigflieger Air Berlin und DBA abgesegnet. Air Berlin kann damit sämtliche Geschäftsanteile des Konkurrenten ohne Auflagen übernehmen, wie der größte deutsche Anbieter von Billigflügen in Deutschland am Mittwoch in Berlin mitteilte.

HB BONN/BERLIN. Gegen die Fusion bestünden keine wettbewerblichen Bedenken, sagte Amts-Präsident Ulf Böge am Mittwoch. Sie stärke Air Berlin vielmehr „gegenüber einer auf den betroffenen Märkten nach wie vor dominierenden Lufthansa“. Mit dem DBA-Kauf für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kommt die Air-Berlin- Gruppe auf eine Flotte von 87 Jets und rund 20 Mill. Passagiere.

Wie die Wettbewerbshüter erläuterten, ergänzten sich die Netze beider Partner bis auf wenige unbedenkliche Überschneidungen. Air Berlin fliegt überwiegend in europäische Städte und Feriengebiete, die DBA vor allem innerdeutsche Strecken. Nach der vollständigen Übernahme, die Mitte August bekannt gegeben worden war, soll die DBA als eigenständige Gesellschaft erhalten bleiben. Die Marke soll aber verschwinden.

Nach Angaben von Air Berlin treten Unternehmenschef Joachim Hunold und seine drei Vorstandskollegen in den Aufsichtsrat der DBA ein. Die Positionen der beiden Arbeitnehmervertreter seien davon unberührt. Die Angebote der DBA seien für Kundenbuchungen bereits seit Wochenbeginn mit Air Berlin vernetzt. Ein gemeinsamer Flugplan ist für 2007 geplant.

Air Berlin hatte das Münchener Unternehmen Mitte August für einen nicht näher bezifferten mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag übernommen. Eine Zustimmung der Kartellwächter war erwartet worden, da beide Fluggesellschaften zusammen noch deutlich kleiner sind als der deutsche Marktführer Lufthansa mit gut 50 Mill. Fluggästen.

Während sich DBA auf innerdeutsche Verbindungen mit einem hohen Anteil an Geschäftsreisenden konzentriert, fliegt Air Berlin vorrangig in anderere europäische Länder, vor allem nach Spanien. DBA war 2003 als ehemalige Deutsche BA von British Airways für einen symbolischen Euro an den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl verkauft worden.

Die Aktie der im Frühsommer an die Börse gegangenen Fluggesellschaft war am Mittwoch bereits vor der Kartellamtsentscheidung um fast vier Prozent und damit leicht über den Ausgabepreis von zwölf Euro gestiegen. Anleger reagierten mit Käufen auf die Aufnahme von Air Berlin in den Kleinwerte-Index SDax.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%