Kartellverdacht
Großrazzien bei Reedereien

Die EU-Kommission verdächtigt mehrere europäische Container-Reedereien der verbotenen Preisabsprache und hat die Büros der Unternehmen durchsucht - betroffen sind neben Moeller-Maersk auch Hapag-Lloyd und Hamburg Süd.
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Kopenhagen, BrüsselDer dänische Schifffahrts- und Ölkonzern A.P. Moeller-Maersk ist wegen des Verdachts auf Preisabsprachen ins Visier der europäischen Wettbewerbshüter geraten. Die Europäische Kommission habe Büroräume durchsucht, teilte die weltgrößte Container-Reederei am Dienstag mit. Zudem gehe die Aufsicht dem Vorwurf nach, dass der Konzern seine Marktmacht missbraucht habe.

Maersk bestätigte die Razzia, wies aber alle Vorwürfe wegen illegaler Preisabsprachen zurück. "Wir sind eindeutig der Auffassung, dass unsere Praxis in Übereinstimmung steht mit den Konkurrenzregeln der EU", sagte Maersk-Chefjurist Christian Kledal in Kopenhagen. Sein Unternehmen werde bei der "kompletten Aufklärung des Sachverhalts eng mit der Kommission zusammenarbeiten".

Auch die Reedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd bestätigen die EU-Untersuchung. „Die EU-Kommission führt derzeit bei Linienschifffahrtsunternehmen in Europa Untersuchungen durch, ob es nach Abschaffung der Freistellungsverordnung für Linienschifffahrts-Konferenzen im Oktober 2008 Verstöße gegen EU-Wettbewerbsrecht gegeben hat“, teilte Hapag-Lloyd am Dienstag mit. „Wir sind davon überzeugt, dass wir in Übereinstimmung mit den EU-Wettbewerbsregeln handeln“, hieß es weiter.

Auch bei Hamburg Süd seien Mitarbeiter der EU-Kommission seit Dienstagmorgen tätig, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens.

Die Kommission bestätigte Ermittlungen bei mehreren europäischen Schifffahrtsunternehmen in verschiedenen Ländern wegen des Verdachts auf Preisabsprachen. Die Behörde habe Grund zur Annahme, dass die Firmen gegen das Kartellrecht verstoßen haben könnten, hieß es in einer Mitteilung. Sie ließ offen, welche Konzerne betroffen sind. Falls sich herausstellt, dass die Unternehmen schuldig sind, kann die EU-Kommission hohe Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens verhängen.

Preisabsprachen oder die Ausnutzung einer Monopol-Stellung zum Schaden von Konkurrenten oder Verbrauchern sind in der EU verboten. Allerdings betonte die Kommission, dass bisher nur ein Anfangsverdacht vorliege und Durchsuchungen noch kein Beleg für die Schuld der Firmen seien. Eine Frist für den Abschluss der Untersuchung gibt es nicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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