Kassen sind leer
Alitalia ringt ums Überleben

Seit Tagen versuchen Politiker, Gewerkschaften und Konzern-Management die angeschlagene italienische Fluglinie Alitalia vor der drohenden Pleite zu retten. Die Stimmung ist jedoch am Boden, denn die Kassen sind leer.

HB ROM. Schon in den nächsten Tagen könnte die Gesellschaft nach italienischen Zeitungsberichten unter die Kontrolle eines Insolvenz-Verwalters gestellt werden - wie bereits im Dezember beim Skandal-Unternehmen Parmalat geschehen. Italien ist erschüttert: Verliert das Land jetzt ein weiteres Traditionsunternehmen?

Was die Alitalia von den anderen italienischen Pleite-Konzernen unterscheidet ist, dass sie noch zu 62 % dem Staat gehört. Um der Gruppe ein weiteres Mal mit einer Finanzspritze unter die Arme zu greifen, müsste sich die Regierung Berlusconi mit Brüssel anlegen - staatliche Hilfen für angeschlagene Unternehmen sind in der Europäischen Union verboten.

Hinzu kommt, dass vom letzten Staats-Geschenk vor zwei Jahren in Höhe von 1,4 Mrd. € kein einziger Cent mehr übrig ist. „Seit zehn Jahren lebt die Alitalia von Staatsgeldern: Jetzt reicht's. Entweder die verdienen jetzt was beim Fliegen oder sie bleiben halt am Boden“, zitierte die Zeitung „La Repubblica“ einen Politiker.

Zehn Jahre. So lange dauert die Krise schon, so lange fährt die Airline ununterbrochen operative Verluste ein. Die Liquidität beträgt nach den dreitägigen wilden Streiks der vergangenen Woche nur noch 200 Mill. €. Und die Gewerkschaften drohen bereits wieder mit einem Generalstreik. Obwohl der Vize-Generaldirektor der Airline, Luca Egidi, bereits angekündigt hat, dass ein erneuter Ausstand der Alitalia den Todesstoß versetzen würde. Vertreter der Regierung äußern sich noch drastischer: „Es ist mittlerweile egal, was die Angestellten machen: Der Punkt ist, dass kein Euro mehr übrig ist. Und das bedeutet sowieso das Ende.“

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