Katastrophale Zwischenbilanz
Karstadt verschärft Sanierungskurs

Das erste Halbjahr verlief katastrophal für Karstadt-Quelle: Der Umsatz ging zurück und operativ schlitterte der Handelskonzern tief in die roten Zahlen. Wieder einmal sucht das Unternehmen den Ausweg in der Trennung von seinen Besitztümern: Nach den kleinen Warenhäusern, der Importabteilung und beinahe allen Immobilien geht es nun den Versendern an den Kragen.

HB DÜSSELDORF. „Wir ziehen einen Verkauf derjenigen Spezialversender in Betracht, die nicht unseren Renditeerwartungen entsprechen,“ sagte Versandhandels-Chef Marc Sommer bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Mittwoch in Düsseldorf. Die Spezialversender müssten sich an dem besonders renditestarken Versandhandelshaus Baby Walz messen, sagte Sommer.

Der Versandhandel hatte in den ersten sechs Monaten einen Umsatzrückgang von 11 Prozent zu verkraften, was der mit Abstand schlechteste Wert aller Konzernsparten ist. Das erhöht den Druck auf Vorstandschef Thomas Middelhoff, hier die Axt anzusetzen. Die Universalversender Quelle und Neckermann stehen dabei – obgleich auch sie miserabel abschnitten – nicht auf der Abschussliste. Es trifft die Spezialisten. Dazu gehören unter anderem „Die moderne Hausfrau“, der Damenmode-Spezialist „Madelaine“, „DK-Berufsmoden“ sowie der Werbeartikel-Versender „Saalfrank“.

Die Sanierung der Universalversender will Middelhoff parallel zum möglichen Verkauf der Spezialversender „mit Hochdruck vorantreiben“ und bis 2007 abschließen. Um die „Infrastrukturkosten“ senken zu können, sei ein außerordentlicher Aufwand in Höhe von 200 Mill. Euro geplant. Hinter den Infrastrukturkosten stehen Aufwendungen für Logistik, Personal und Call Center, wie ein Unternehmensprecher erläuterte. Das heißt, hier wird es Einschnitte geben. Details nannte das Unternehmen aber nicht.

Middelhoff hatte im Zuge der Konzernsanierung sich von 74 kleineren Warenhäusern getrennt, die Finanzinvestoren momentan unter dem Namen „Karstadt Kompakt“ weiterführen. Er verkaufte fast den gesamten Immobilienbestand und entschuldete damit den Konzern, muss nun aber die Räumlichkeiten zurückmieten. Sein vorerst letzter Streich war der Verkauf der Importabteilung an das in Hongkong ansässige Handelshaus Li & Fung, das künftig die Ware für Karstadt-Quelle beschafft. Im vierten Quartal solle dieses Geschäft abgeschlossen werden, sagte Middelhoff. Er verspricht sich von dem Einkauf über den neuen Partner bis zu 10 Prozent niedrigere Preise.

Seite 1:

Karstadt verschärft Sanierungskurs

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%