Kauf britischer Apothekenkette
KKR klotzt in Europa

Der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) steht vor dem Einstieg in den europäischen Gesundheitsmarkt. Die Private-Equity-Gesellschaft bietet umgerechnet 18,8 Mrd. Dollar für den britischen Pharmahändler Alliance Boots. Sollte die Übernahme gelingen, wäre es die bislang größte fremdfinanzierte Übernahme in Europa.

lee/dih FRANKFURT/LONDON. Die erst kürzlich aus der Fusion von Alliance Unichem und Boots hervorgegangene Firmengruppe Alliance Boots ist neben den deutschen Unternehmen Celesio und Phoenix einer der bedeutendsten Pharmagroßhändler in Europa. Daneben betreibt Alliance Boots in Großbritannien und in anderen liberalisierten Apothekenmärkten mehr als 2 600 Medikamentenausgaben in Drogerien, Apotheken und Supermärkten.

Die Offerte für die Apothekenkette unterstreicht das Interesse der Finanzinvestoren am Gesundheitssektor. So zahlte eine Investorengruppe um KKR im vergangenen Jahr 33 Mrd. Euro für die US-Klinikkette HCA. Insgesamt ist die Gesellschaft an fünf US-Unternehmen aus der Gesundheitsbranche beteiligt, die zusammen rund 26 Mrd. Dollar umsetzen und mehr als 200 000 Mitarbeiter beschäftigen.

In einer Stellungnahme des Finanzinvestors heißt es, dass KKR in Absprache mit dem italienischen Milliardär Stefano Pessina vorgehe, der 15 Prozent der Anteile an Alliance Boots hält. Der frühere Chef von Alliance Unichem ist seit dem Zusammenschluss an der Konzernspitze Stellvertreter des früheren Boots-Chefs Richard Baker.

In den USA jagt derzeit ein Rekordangebot von Finanzinvestoren das nächste. Erst vor wenigen Wochen boten KKR und Texas Pacific Group fast 45 Mrd. Dollar für den Versorger TXU. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg summierten sich die fremdfinanzierten Übernahmeangebote im vergangenen Jahr auf 700 Mrd. Dollar.

Wie die Investorengruppe um KKR am Freitag mitteilte, sollen die Aktionäre von Alliance Boots 1 000 Pence pro Aktie erhalten. Die von den meisten Analysten als attraktiv beurteilte Offerte liegt 23 Prozent über dem letzten Schlusskurs vor der Bekanntgabe des Angebots. Rechnet man das Ergebnis der ersten Hälfte des gemeinsamen Geschäftsjahrs hoch, beläuft sich die Bewertung auf das 25-fache eines Jahresgewinns.

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