Kauf der Containerreederei
Hapag Lloyd verschreckt künftige Eigentümer

Der erst im Oktober groß gefeierte Kauf der Containerreederei Hapag Lloyd durch ein Hamburger Konsortium wird zur Belastungsprobe für alle Beteiligten. Der Einbruch bei Frachtraten stellt die Finanzierung in Frage – doch der Kauf kann nicht mehr gestoppt werden.

DÜSSELDORF/HAMBURG. Spekulationen um eine wackelnde Finanzierung von Hapag schickten den Kurs des Noch-Eigentümers Tui am Freitag auf ein historisches Tief von 6,52 Euro.

Hamburger Lokalmedien berichteten bereits, der Verkauf von Hapag an das Bieterkonsortium „Albert Ballin“ könne noch platzen. Hanseatische Politiker heizten die Diskussion über mehrere Tage hinweg noch an. „Es gibt gerade eine Debatte darüber, ob man den Kaufvertrag nachverhandeln sollte“, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde. Die Hansestadt ist Teil des Konsortiums, das sich nun mit einem starken Einbruch in der Containerschiffbranche konfrontiert sieht. Die Hamburger SPD fordert eine parlamentarische Beratung über den Hapag-Kauf. Barbara Ahrons, Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU Bürgerschaftsfraktion erklärte in einem Interview: „Wer würde denn jetzt nicht versuchen, einen besseren Preis zu kriegen?“

Solche Versuche werden allerdings von dem Verkäufer Tui nicht nur als vertragswidrig, sondern auch als nicht existent beschrieben. „Die Verträge sind unterschrieben und es gibt keine Nachverhandlungsklauseln“, sagt ein Tui-Sprecher. „ Bei uns ist auch niemand vorstellig geworden, um sich noch einmal über den Preis zu unterhalten.“

Tatsächlich bestätigten am Freitag Kreise um das Bieterkonsortium, dass der Kauf nicht mehr gestoppt werden kann. Das so genannte Closing, der letztgültige Abschluss der Transaktion, soll in den kommenden Wochen erfolgen. Über den Kaufpreis von 4,45 Mrd. Euro, den das Konsortium um den Hamburger Unternehmer Klaus-Michael Kühne, den Gesellschafter der Warburg-Bank, Christian Olearius, und die Hansestadt Hamburg aufbringen, werde nicht nachverhandelt.

Wohl aber gibt es noch Klärungsbedarf bei der Finanzierung von Hapag. Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat signalisiert, dass sie aus einem 750 Mio. Euro schweren Finanzierungspaket von Schiffen aussteigen möchte. Dazu hat sie durch den Eigentümerwechsel auch das Recht.

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