Kauf von Classic Fine Foods
Metro baut das Geschäft in Asien aus

Metro ist mit seinem Großhandelsgeschäft bald in weiteren zehn Ländern in Asien vertreten. Im vergangenen Quartal wurde das Unternehmen aber durch das frühe Ostergeschäft und Währungseffekte in Osteuropa belastet.
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DüsseldorfDer Düsseldorfer Handelskonzern Metro stärkt mit einer 290 Millionen Dollar schweren Übernahme sein Großhandelsgeschäft in Asien und ist auf einen Schlag in zehn weiteren Ländern vertreten. Metro kauft den in Singapur ansässigen Premium-Lebensmittel-Lieferanten Classic Fine Foods (CFF), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit erhöhe Metro Cash & Carry seine Präsenz im Großhandel von 26 auf 36 Länder. Abhängig vom Ergebnis des zugekauften Geschäfts muss Metro in den Jahren 2015 bis 2017 weitere bis zu 38 Millionen Dollar auf den Tisch blättern. Verkäufer ist der Finanzinvestor EQT.

CFF beliefert Luxus-Hotels und Restaurants, Fluggesellschaften, Supermärkte und Delikatessen-Händler in insgesamt 25 überwiegend asiatischen Großstädten mit hochwertigen Lebensmitteln und Feinkost-Produkten. CFF beschäftigt rund 800 Mitarbeiter in 14 Ländern. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 200 Millionen Dollar und ist hochprofitabel.

Ein frühes Ostergeschäft und Währungseffekte im Osteuropageschäft haben Metro im abgelaufenen Quartal belastet. Der Umsatz fiel im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 14 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sonderfaktoren sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 209 von 253 Millionen Euro. Hier wirkten sich auch Immobilienverkäufe im Vorjahr aus. Damit schnitt Metro aber leicht besser ab als von Analysten erwartet. „Der positive Trend bei unserer operativen Entwicklung hat sich auch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres an vielen Stellen im Konzern fortgesetzt“, erklärte Metro-Chef Olaf Koch.

Koch hat eine Online-Offensive gestartet. Er setzt auf eine bessere Verschränkung zwischen Internet-Geschäft und lokalen Läden. Dies zeigt Wirkung: im dritten Quartal stiegen allein die Online-Umsätze der Elektronikkette Media-Saturn um 24 Prozent auf 0,4 Milliarden Euro. Insgesamt konnten die Märkte Umsatz und Ergebnis steigern. Die Real-Supermärkte – das Sorgenkind im Konzern – modernisiert Koch. Doch auch im dritten Quartal büßte die Tochter über fünf Prozent Umsatz ein. Altlasten der Supermarkttochter hatten den Handelsriesen im zweiten Quartal zu einer rund 450 Millionen Euro schweren Wertberichtigung gezwungen, die Metro tief in die Verlustzone riss.

Auch in die Großmärkte in Deutschland investierte Koch, um sie attraktiver zu machen. Doch belasteten im dritten Quartal das Osteuropageschäft die größte Sparte im Konzern. Auch die auf das zweite Quartal vorgezogenen Ostereinkäufe wirkten sich aus. Insgesamt gab der Umsatz um 1,3 Prozent nach.

Die Warenhaustochter Galeria Kaufhof, die Metro zum Abschluss einen Umsatz- und Ergebnisrückgang brachte, hat Koch hingegen für 2,8 Milliarden Euro an den nordamerikanischen Handelsriesen Hudson's Bay verkauft. Diese ist deshalb nicht mehr in der Prognose für das Geschäftsjahr 2014/15 enthalten. Koch will ein leichtes Umsatzwachstum schaffen. Das Ebit vor Sonderfaktoren soll währungsbereinigt im Vergleich zu den 1,531 Milliarden Euro aus dem Vorjahr leicht steigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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