Kauf von LTU
Air Berlin geht auf die Langstrecke

Air Berlin war schon vor dem Kauf des Düsseldorfer Ferienfliegers LTU die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hinter der Lufthansa. Um zu einem ganz Großen der Branche zu reifen, fehlte dem Senkrechtstarter aber bislang etwas: Langstrecken-Verbindungen. Hier kommt die LTU ins Spiel.

HB/der FRANKFURT. Air Berlin teilte am Dienstagmorgen mit, die LTU zu 100 Prozent zu übernehmen. Dafür zahlt die börsennotierte Fluglinie den bisherigen Eigentümern Hans-Rudolf Wöhrl (55 Prozent) und Jürgen Marbach (45 Prozent) 140 Mill. Euro und übernimmt überdies die Schulden von LTU in Höhe von rund 200 Mill. Euro.

Erst im vor einem halben Jahr hatte Air Berlin den Konkurrenten DBA übernommen – ebenfalls vom Textilunternehmer Wöhrl. Im April verschwindet der Markenname jedoch und die komplette Flotte wird auf Air Berlin umlackiert. Mit ihren Flugzeugen steuert die Gesellschaft Ziele in ganz Europa an. Was bislang fehlte, waren Langstreckenverbindungen, die gewöhnlich profitabler sind.

Durch die Übernahme könne Air Berlin nun auch Langstreckenflüge anbieten, erklärte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. „Viele unserer Kunden, die vor allem unseren Service schätzen, fordern schon seit Jahren, dass wir auch Langstrecken anbieten.“ Er betonte, dass Air Berlin mit seinen Kurz- und Mittelstreckenverbindungen über das nötige Zubringer-Netz verfüge, um auf der Langstrecke erfolgreich zu sein.

Die LTU betreibt derzeit 15 Mittelstrecken- und 11 Langstrecken-Jets, letztere vom Typ Airbus A330. Air Berlin fliegt mit 93 Kurz- und Mittelstrecken-Maschinen. Die derzeit wichtigsten LTU-Flugziele sind die Dominikanische Republik, die USA, Thailand, die Kanarischen Inseln, Nordafrika und die Türkei.

Im Europaverkehr sieht Hunold sein Unternehmen zum viertgrößten Anbieter hinter Ryanair, Air France KLM und Lufthansa aufsteigen. Air Berlin hatte im vorigen Jahr zusammen mit der Tochter DBA 19,7 Mill. Passagiere transportiert, LTU 5,3 Millionen. Den Aufstieg sehen die Aktionäre gerne: Am Morgen stieg der Kurs der Air-Berlin-Aktie um 2,5 Prozent.

Anders als die DBA soll die LTU aber nicht in Air Berlin aufgehen. „Die LTU wird im Air Berlin-Konzern ein rechtlich selbstständiges Unternehmen mit eigener Geschäftsführung bleiben. Auch der Name LTU soll auf absehbare Zeit Bestand haben“, erklärte Air Berlin. Im Europa-Verkehr werde es jedoch eine nahtlose Eingliederung der LTU-Strecken in das Air Berlin-Netz geben.

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