Kaufangebot durch IAG
EU steht möglicher Aer-Lingus-Übernahme angeblich skeptisch gegenüber

Die International Airlines Group (IAG) hat ihr Gebot für die Fluggesellschaft Aer Lingus vorgelegt. Spätestens Mitte Juli muss eine Entscheidung fallen. Doch die EU könnte der Übernahme die rote Karte zeigen.
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LondonDie Übernahme der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus durch die British-Airways-Mutter IAG dürfte von den europäischen Wettbewerbshütern wohl nicht ohne Bedingungen genehmigt werden. Das sagten am Freitag zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass die Übernahme ohne Einschränkungen durchgehe, sagte ein Insider. Der zweite erklärte, IAG prüfe derzeit, ob das Unternehmen Zugeständnisse anbieten solle.

Vertreter der IAG und der EU-Kommission trafen sich am Mittwoch zu einer Besprechung über den Stand der Dinge in dem Verfahren. Solche Treffen werden meist anberaumt, wenn die EU-Kommission eine Einschränkung des Wettbewerbs erwartet. Die Regierung in Dublin hatte zugestimmt, ihren 25-prozentigen Aer-Lingus-Anteil an IAG zu verkaufen, die IAG am Freitag ein offizielles Kaufangebot für die irische Fluggesellschaft Aer Lingus vorgelegt.

Wie bereits in seinem informellen Angebot bietet IAG den Anteilseignern von Aer Lingus 2,55 Euro pro Aktie, wie aus einer Mitteilung des Konzerns hervorging. Das sind etwa 40 Prozent mehr als zum Schlusskurs vom 17. Dezember 2014. Am Tag darauf hatte IAG seine Übernahmeabsichten öffentlich gemacht.

Mit der Abgabe eines offiziellen Angebots setzt der Luftfahrtkonzern, zu dem bereits die Fluggesellschaften British Airways und Iberia gehören, den Hauptaktionär Ryanair unter Druck. Die irische Billig-Airline hält 29,8 Prozent der Anteile. Ryanair hatte in der Vergangenheit bereits drei Mal erfolglos versucht, Aer Lingus ganz zu übernehmen.

Zu dem angestrebten Geschäft von IAG hat sich Aer Lingus in der Vergangenheit nicht offiziell geäußert. Nun muss die Aktionärsversammlung von Aer Lingus – und damit auch Ryanair als Anteilseigner – am 16. Juli über das Angebot für Aer Lingus entscheiden. Neben Ryanair ist unter anderem der irische Staat an Aer Lingus beteiligt. Er hatte bereits grünes Licht für den Verkauf an IAG gegeben. Auch der Verwaltungsrat der irischen Fluggesellschaft unterstützt das Vorhaben.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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