Kaufhäuser
Gerüchteküche Kaufhof

Die Karstadt-Mutter Signa soll erneut ein Auge auf Kaufhof werfen. Die Spekulation nutzt den aktivistischen Aktionären, die vom kanadischen Kaufhof-Eigner einen Ausstieg aus Europa fordern. Doch HBC bleibt kühl.
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HamburgDie Gerüchte um Kaufhof ebben nicht ab. Obwohl der neue Eigentümer Hudson’s Bay (HBC) erst in dieser Woche ein neues Haus in Amsterdam eröffnet hat, blühen Spekulationen um einen Rückzug der Kanadier aus Europa.
Der Hintergrund: Nach schwachen Zahlen setzt der aktivistische Investor Land and Buildings die kanadische Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay unter Druck, die erst vor zwei Jahren für 2,8 Milliarden Euro von Metro zugekaufte Kaufhauskette wieder zu verkaufen.

Aktuell behauptet Land and Buildings, es gebe einen konkreten Interessenten für die Übernahme. Die HBC-Aktie legte danach an der kanadische Börse deutlich zu. Dem Investor dürfte es daher nicht ungelegen kommen, dass nun die Nachrichtenagentur Reuters nachlegt: Die österreichische Karstadt-Mutter Signa prüfe eine Offerte, heißt es unter Berufung aus „mit der Angelegenheit vertraute Personen“. Das Immobilienunternehmen arbeite bereits mit einer Investmentbank an dem Fall. Es sei jedoch möglich, dass dabei doch kein Angebot zustande komme.

Hudson’s Bay blieb jedoch bei seiner Linie, Kaufhof sei unverkäuflich. "HBC steht hundertprozentig zu seinem Engagement in Europa", sagte ein Sprecher des Konzerns in Deutschland. "HBC hat kein Interesse an Geschäften mit Signa." Ein Signa-Sprecher teilte auf Anfrage mit: „Dazu gibt es keinen Kommentar.“

Land and Buildings war im Sommer mit gut vier Prozent bei HBC eingestiegen und macht seitdem Druck. Der Wert des Kaufhaus-Betreibers liege nicht in seinem Handelsgeschäft, sondern allein in den immobilien, ließ Fonds-Manager Jonathan Litt beim Einstieg verlauten. Zu dieser These passt das Europa-Geschäft, das auf eine Revitalisierung von Kaufhof und Expansion mit neuen Läden setzt, nicht. Noch kann Litt allerdings seinen Kurs nicht durchsetzen.

Der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt war lange Jahre ein immer wieder spekuliertes Szenario. Zuletzt hatten jedoch sowohl Hudson’s Bay als auch Signa immer wieder betont, beide Ketten könnten und sollten unabhängig voneinander bestehen bleiben. Ein Zusammenschluss sei kein Thema. Karstadt ist inzwischen in drei Teile aufgespalten. Am weitesten fortgeschritten ist der Umbau der drei Luxus-Häuser Alsterhaus in Hamburg, KaDeWe in Berlin und Oberpollinger in München.

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