Kaufhäuser
Neue Hoffnung für Hertie

Eine Gruppe von Investoren will die insolvente Warenhauskette Hertie möglichst komplett übernehmen und weiterführen. "Eine entsprechende Absichtserklärung (Letter of Intent) haben wir mit Insolvenzverwalter Biner Bähr bereits unterzeichnet", bestätigte Rolf Schuchardt, Sprecher der Gruppe, dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Zu der Gruppe gehören nach Angaben Schuchardts erfahrene Handelsmanager aus dem In- und Ausland, die teilweise noch operativ tätig sind. Sie streben einen langfristigen Erhalt von Hertie an und werden dabei auch vom Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats, Bernd Horn, unterstützt. "Wir tragen das Konzept bereitwillig mit", sagt Horn. Das Land Nordrhein-Westfalen hat signalisiert, eine mögliche Rettung mit Bürgschaften zu unterstützen, hieß es aus Kreisen der Landesregierung.

Die Warenhausgruppe Hertie gehört seit dem Jahr 2005 dem britischen Investor Dawnay Day. Sie betreibt heute in Deutschland noch mehr als 50 mittelgroße Warenhäuser und beschäftigt noch etwa 2 800 Mitarbeiter. Anfang März 2009 war die Hertie-Gruppe, die früher als "Karstadt kompakt" zum heutigen Arcandor-Konzern gehörte, in die Insolvenz gegangen.

Während mit dem Insolvenzverwalter Einigkeit über den Kaufpreis für die Marke, das Inventar und den Warenbestand herrscht, fehlt den Investoren jedoch die Zustimmung des Immobilienbesitzers. Mit der Veröffentlichung ihrer Absicht wollen die Investoren nun offenbar Druck auf ihre Verhandlungspartner ausüben.

Denn um die Zukunft der Immobilien wird schon seit Monaten gestritten. Der britische Hertie-Eigentümer Dawnay Day hatte sich mit Immobilien verspekuliert und war 2008 selbst in die Insolvenz gegangen. Seither ist dessenTochter, die niederländische Mercatoria Acquisitions (MABV), für die Verwertung der Hertie-Gebäude zuständig und strebt an, die Häuser einzeln zu verkaufen.

Der Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr hingegen will den Weiterbetrieb der Warenhauskette gewährleisten. Deshalb ist Bähr ebenso wie die Investoren daran interessiert, dass die Immobilien mindestens für fünf Jahre im Paket an die neuen Hertie-Betreiber vermietet werden.

Die Investorengruppe will zudem möglichst alle noch bestehenden Hertie-Filialen samt Konzernzentrale retten, um damit einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten. "Nur mit dieser Mindestzahl an Niederlassungen und Mitarbeitern lässt sich unser Konzept der Nachbarschaftskaufhäuser verwirklichen", sagt Schuchardt.

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