Kaufhäuser
Tauziehen um Arcandor

Nach dem Opelgipfel folgt nun offenbar auch ein Warenhausgipfel. Das Schicksal des Kaufhauskonzerns Arcandor hängt vom Staat ab - oder von Metro. Deren Chef geht nun in die Offensive - und soll sich nun mit Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg getroffen haben.

HB BERLIN. Metro-Chef Eckhard Cordes hat am Dienstag bei Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg für seine Pläne für einer Warenhausallianz mit Arcandor geworben. Eine Person, die mit dem Thema vertraut ist, sagte Reuters am Mittwoch, Cordes habe mit dem Minister über sein Modell gesprochen, die Warenhaustöchter der beiden Unternehmen Kaufhof und Karstadt zusammenzuführen. Dabei könnten auch etwaige kartellrechtliche Bedenken gegen einen solchen Zusammenschluss und sich daraus ergebende Möglichkeiten eine Rolle gespielt haben.

Inzwischen soll es zu einem "Warenhausgipfel" unter Beteiligung der Chefs beider Konzerne kommen. Arcandor strebt eine Staatsbürgschaft von 650 Mio. Euro sowie einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW für sich an. Allerdings ist Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick damit bislang bei der Bundesregierung auf nur verhaltene Reaktionen getroffen. Guttenberg hatte erklärt, die Mittel des Wirtschaftsfonds Deutschland seien an sich für Hilfen an Unternehmen gedacht, die als Folge der aktuellen Finanzkrise in Probleme geraten seien und nicht zur Abfederung von Managementfehlern.

Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion Steffen Kampeter sagte der Zeitung "Die Welt": "Es gibt nach dem ersten Eindruck erhebliche Zweifel daran, dass Arcandor seine Probleme wegen der Finanzkrise bekommen hat." Die Gründe schienen eher aus unternehmerischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit herrühren. Dafür aber stehe der Wirtschaftsfonds Deutschland nicht zur Verfügung.

Sollte es zu einem Zusammenschluss der Warenhaustöchter von Metro und Arcandor kommen, so könnte das auf kartellrechtliche Probleme stoßen. Würde das Bundeskartellamt einen solchen Schritt deshalb ablehnen, bliebe nur die Möglichkeit einer Sondererlaubnis durch den Wirtschaftsminister.

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