Kaufhauskette
Deutscher Woolworth droht die Pleite

Die Billigkaufhauskette Woolworth Deutschland hat Insolvenzantrag gestellt. Das ist durchaus überraschend, auch wenn der britische Ableger schon lange pleite ist. Vor kurzem hatte der Woolworth-Chef nämlich noch Optimismus verbreitet.

DÜSSELDORF. Das Kaufhaussterben in Deutschland geht weiter. Wie gestern bekannt wurde, hat die Billigkette Woolworth am Samstag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht. Das Unternehmen habe dies mit drohender Zahlungsunfähigkeit begründet, sagte ein Gerichtssprecher. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannte das Gericht den Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann, der aktuell auch die Geschäfte des zahlungsunfähigen Automobilzulieferers Karmann führt.

Die Pleitewelle im Einzelhandel findet damit ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit 11 000 Mitarbeitern, 323 Filialen und 800 Mio. Euro Jahresumsatz ist Woolworth doppelt so groß wie der ums Überleben ringende Wettbewerber Hertie. In den vergangenen Monaten hatten darüber hinaus die Kaufhausbetreiber Sinn-Leffers, Wehmeyer und Pohland ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt.

Wie es bei Woolworth weiter geht, ist unklar. Sicher ist nur, dass die Läden zunächst geöffnet bleiben. Beim Insolvenzverwalter hieß es, das schleppende Weihnachtsgeschäft habe die Insolvenz verursacht, aber auch die zunehmende Konkurrenz und der starke Umsatzrückgang im Segment des Discount-Warenhauses sowie mangelnde Liquidität.

Anfang April hatte Unternehmenschef Stefan Rohrer, der erst vier Wochen zuvor von Lidl nach Frankfurt gewechselt war, überraschend den Rücktritt erklärt. Besonders pikant: Rohrers Vorgänger Robert Brech hatte noch Ende Februar vollmundig von Chancen in der Wirtschaftskrise gesprochen.

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