Kaufhauskette
Insolvenzverwalter wehrt sich gegen Jagd auf Karstadts „Filetstücke“

Die Chancen der Wettbewerber, sich im Zuge des Insolvenzverfahrens die Filetstücke der angeschlagenen Kaufhauskette Karstadt herauszupicken, sinken. Die Tochter des ebenfalls insolventen Arcandor-Konzerns soll zunächst als Ganzes und eigenständig weiterarbeiten. Auch Vermieter und Lieferanten zeigten sich jüngst zu Zugeständnissen bereit.

ESSEN. „Wir halten Karstadt für eine Gesellschaft, die alleine überlebensfähig ist“, sagte Insolvenzanwalt Rolf Weidmann dem Handelsblatt.

Einen Teilverkauf von Karstadt an Interessenten wie Metro oder Sportscheck werde es vorerst nicht geben. Derzeit arbeite man an einem Insolvenzplan für die Warenhauskette, der den Gläubigern eine höhere Entschädigungsquote biete als die Zerschlagung des Unternehmens.

Für die Kaufinteressenten von Karstadt-Teilen ist das eine überraschende Wende. Erst kürzlich hatte Metro-Chef Eckhard Cordes dem Management beim Konkurrenten in Essen noch vorgeworfen, durch das Hinauszögern der Verkaufsverhandlungen Karstadts Ertragskraft zu schwächen.

Dass Karstadt im Insolvenzverfahren die Restrukturierung gelingt, steht auch für den Sanierungsexperten Thomas Fox nach den ersten Verhandlungen mit Vermietern außer Frage. „Wir haben erstaunliche Zugeständnisse von ihnen erhalten“, sagt der Handelsexperte der Berliner Managementberatung Modalis, die die Warenhauskette im Auftrag des vorläufigen Insolvenzverwalters fit für den Verkauf machen soll. „Inzwischen sieht es danach aus, dass wir wohl einige Filialen von der Prüfliste mit 19 Häusern streichen können“, berichtet er. Auch auf der Lieferantenseite sieht Fox erste Erfolge. Ab dem 1. September würden der Mülheimer Kreditversicherer Euro Delkredere und die Zurich-Versicherung Karstadt-Lieferanten wieder gegen Ausfallrisiken absichern.

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