Kaufhof gegen Karstadt
Das Duell der schwächelnden Giganten

Zwei Kaufhäuser, zwei Strategien, ein Scheideweg – für die einstigen Warenhausriesen Karstadt und Kaufhof steht viel auf dem Spiel. Kaufhof will aufregender werden, Karstadt regionaler. Wer macht am Ende das Rennen?

Essen/KölnDeutschlands Warenhauslandschaft ist im Umbruch. Im Kampf um den Kunden gehen Karstadt und Kaufhof unter ihren neuen Eigentümern ganz unterschiedliche Wege. Kaufhof setzt auf mehr Mode, mehr Service und mehr Internet. Karstadt will dagegen verstärkt mit einem auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmten Angebot punkten. Für beide Ketten steht viel auf dem Spiel. Denn nach Einschätzung von Branchenexperten dürfte in den kommenden zehn Jahren jedes dritte Warenhaus seine Türen schließen.

Kurz vor dem Start des wichtigen Weihnachtsgeschäfts sieht Karstadt-Chef Stephan Fanderl den Warenhauskonzern auf dem richtigen Weg. Die Sanierungsbemühungen der vergangenen Monate zeigten inzwischen sichtbare Erfolge. „Wir verdienen an der Ladenkasse wieder Geld. Das war viele Jahre nicht der Fall“, betonte Fanderl, der seit einem Jahr die Geschicke des Konzerns leitet, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar war das Ergebnis unter dem Strich noch rot. Doch hofft Fanderl, dies im kommenden Jahr zu ändern und auch unter dem Strich ausgeglichen abzuschließen. Der Start ins Weihnachtsquartal sei jedenfalls schon einmal gut gelaufen.

Karstadt setzt auf die verstärkte Anpassung seiner Angebote an die lokalen Bedürfnisse. „Wir werden die Regionalisierung unserer Häuser vorantreiben und für jedes Haus aus unseren 16 Millionen Artikeln ein eigenes Sortiment entwickeln“, verspricht Fanderl. „Ich glaube, unsere Chancen in den jeweiligen Innenstädten definieren sich durch das Umfeld. Von Schreibwaren bis zu Elektrogeräten müssen wir in der Lage sein, das richtige Angebot zu bieten.“ Wenn es beispielsweise weit und breit keinen starken Schreibwarenhändler gebe, müsse Karstadt diese Kategorie verstärken. Den Fashion-Anteil wolle man dagegen nicht weiter steigern.

Ganz anders ist die Strategie des ewigen Rivalen Kaufhof. Dessen neuer Eigentümer HBC setzt auf mehr Mode, mehr Service und mehr Internet. „Die Kaufhäuser in Deutschland haben beste Chancen, großartig zu sein – aber sie sind es noch nicht“, sagte HBC-Chef Richard Baker kürzlich im Gespräch mit dem „Handelsblatt“.

Es fehle das Aufregende, das Unterhaltsame. Deshalb will der neue Kaufhof-Eigentümer zunächst Bereiche wie Schuhe, Kosmetik, Uhren und Schmuck ausbauen. Kaufhof brauche vor allem in der Damenbekleidung einen „noch höheren Fashion-Anteil am Sortiment“, heißt es im Unternehmen.

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Warenhaus-Sterben ist unvermeidlich

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