Kaufhof geht an Hudson's Bay
Benkos Traum ist ausgeträumt

Deutsche Warenhaus AG ade: Karstadt-Eigner René Benko scheitert im Bietergefecht um Kaufhof. Die Metro verkauft die 119 Filialen an Hudson's Bay. Die Kanadier wagen den Sprung nach Europa.
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Düsseldorf/TorontoIm deutschen Warenhausmarkt werden die Karten neu gemischt: Metro verkauft seine Tochter Galeria Kaufhof an den nordamerikanischen Handelsriesen Hudson's Bay für 2,825 Milliarden Euro. Der deutsche Marktführer soll für die Kanadier die Basis für eine weitere Expansion in Europa bilden.

Hudson's-Bay-Chef Richard Baker versicherte am Montag, sein Konzern plane auch deshalb keine Stellenstreichungen bei Kaufhof. Vielmehr wolle er massiv in die Kette mit ihren 21.500 Mitarbeitern investieren. Damit muss sich Karstadt auf verstärkte Konkurrenz einstellen. Karstadt-Eigner Rene Benko hatte sich erneut vergeblich um Kaufhof bemüht.

„Wir sind zufrieden und stolz, Kaufhof an Hudson's Bay übergeben zu können“, sagte Metro-Chef Olaf Koch am Morgen in einer Telefon-Konferenz. „Hudson's Bay verfolgt eine Strategie internationalen Wachstums und Galeria Kaufhof wird hierbei eine zentrale Rolle spielen“, betonte er. Hudson's Bay habe Kaufhof bereits seit 2006 im Auge gehabt, sagte Baker. Die Kanadier hätten sich mit dem deutschen und europäischen Markt vertraut gemacht - und freuten sich auch auf die Zusammenarbeit mit Betriebsräten und Gewerkschaft. In der Vergangenheit hatte sich im von scharfer Konkurrenz geprägten deutschen Einzelhandel etwa der US-Riese Wal Mart die Zähne ausgebissen.

Hudson's Bay habe großen Respekt vor den Leistungen der Kaufhof-Mannschaft, versicherte Baker. Die Hauptverwaltung von Kaufhof bleibe in Köln. Zudem wollen die Kanadier mit dem bestehenden Management-Team von Kaufhof weitermachen. Kaufhof betreibt knapp 140 Waren- und Sporthäuser in Deutschland und Belgien. Im Geschäftsjahr 2013/14 setzte die Kette rund 3,1 Milliarden Euro um.

Der angeschlagene Konkurrent Karstadt betreibt noch gut 80 klassische Warenhäuser - der neue Eigner Benko hatte den Rotstift angesetzt und unter anderem das Aus für Warenhäuser in Hamburg und Stuttgart verkündet.

Der über Jahre geplante Verkauf des Kaufhof lässt bei Metro die Kassen klingeln. Ein positiver Sonderertrag für das Betriebsergebnis (Ebit) von 700 Millionen Euro sei die Folge, berichtete Koch. Zudem könne der Düsseldorfer Handelskonzern seine Nettoverschuldung um rund 2,7 Milliarden Euro reduzieren. Die Transaktion werde wohl Ende September abgeschlossen sein. Analysten begrüßten den Verkauf - dieser sei eine gute Nachricht für die Metro-Anteilseigner, erklärte die DZ Bank.

Trotzdem starteten Metro-Aktien am Morgen mit Verlusten. Einem Händler zufolge sorgte der Kaufpreis für Enttäuschung. Investoren hätten mit mindestens drei Milliarden Euro gerechnet.

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  • Die Deutsche Warenhaus AG kann es immer noch geben, allerdings nicht unter Benko. Nun ist knallharte Sanierung bei Karstadt angesagt und eine ehrliche Marktstudie, ob Karstadt in Zukunft allein überhaupt eine Chance hat.
    Sinnvoll wäre es sicherlich Karstadt und Kaufhof nicht weiterhin in Konkurrenz zueinander zu halten, sondern Karstadt so anzupassen und zu sanieren, dass es nahtlos bei Kaufhof eingefügt werden kann. Benko könnte so das ewige Problem Karstadt mit Gewinn nach wenigen Jahren wieder abstoßen. Es bringt für beide betriebswirtschaftlich am Ende zu wenig gegen die Online-Konkurrenz allein weiter zu wursteln und die möglichen Synergien nicht zu nutzen.

    Im Übrigen, wenn der Mittelschicht hier in Deutschland ähnliches blüht wie der Mittelschicht in den USA und deren angepasste Doof- und Dummheit spricht dafür, dann werden die Umsätze der deutschen Warenhäuser in Zukunft noch eklatanter sinken.

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